Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Sieht so der Montag aus?

Jedenfalls guckt der genauso unerbittlich über die Horizontkante wie sich das Aufwachen heute anfühlte. Ich will an den Strand, Stöckchen suchen. Geschenkt. Das kann ich in Berlin knicken, obwohl es im Herbst manchmal schönes Treibholz im Wannsee gibt. Vier Arbeiten sind ganz dringend, der Rest türmt sich weiter hinten auf dem Regal. Ich müsste irgendwie […]

Pioniere

Selten hat man so viele erste Male, wie auf Reisen. Oder besser: Erste Blicke. Erst jetzt habe ich verstanden, warum Reisende so oft den Wunsch haben, auf eigenen – und nicht den ausgetretenen – Pfaden zu wandeln (oder wohl eher: zu wandern). Es ist aufregend. Man kann sich wie der erste Mensch fühlen. Da stört […]

Gefahren des Kaffeegenusses

Ich komme aus einer Arbeiterfamilie. Morgens um fünf ging der Tag los. Und als erstes ging die Kaffeemaschine an den Start. Meine Eltern konnten schon früh beide auch abends noch ein Tässchen vertragen. Als ich ins Kaffeealter kam, war das für mich ein großes Rätsel. Mittlerweile tue ich es ihnen nach. Klar, der Kaffee zu […]

Noch mehr Souvenirs

Es sind ja nicht nur die Mitbringsel einer Reise, die einen daran erinnern, dass die Welt größer ist als der eigene Tellerrand. Mein Besuch im Case-Study-House Nr. 8, dem Wohnort von Charles und Ray Eames, gehörte zu den großen Höhepunkten meiner Reise und hat Nachwirkungen. Das Haus gehört zu einem ehrgeizigen Projekt der Nachkriegszeit, in […]

Wo geht’s lang?

Eine bange Frage, die sich meist erst im Urlaub wieder stellt, wenn man die eigenen ausgetretenen Pfade für kurze Zeit verlässt. Natürlich – wer im Touristengebiet unterwegs ist, sollte mit Schlussfolgerungen vorsichtig sein. Aber was ich in Kalifornien gelernt habe: Ich kam immer an. Was ich meine? Ein Umweg ist längst nicht so schlimm, wie […]

Leer sein

Eine merkwürdige, aber gar nicht so unangenehme Nachwirkung meiner Reise ist eine gewisse Leere, die sich in mir breit macht. Wörtlich. Sie scheint sich tatsächlich noch täglich auszudehnen und sich über ganze Bereiche, auch aktuelle Anlässe, zu legen. Sogar unangenehme Neuigkeiten werden auf diese Weise geschluckt, und ich bleibe erstaunlich gelassen, obwohl ich mich doch […]

Große Historienmalerei

gibt es nie und nimmermehr. So die, zugegeben arg verkürzte, Kunstgeschichtsschreibung zu den Zeiten, in denen ich noch studiert habe. Dass „nie und nimmermehr“ aus dem Wortschatz und damit auch aus dem Denken ausgeklammert gehören, habe ich im Laufe meines Lebens schon einige Male erfahren. Dennoch war ich überrascht, in Los Angeles in eine Ausstellung […]

Hippies der Blumenbank

Wenn man die Nachrichten liest, wird einem die alte Redewendung klar, dass die Welt sich weiterdreht. Wie immer zu schnell. Ich habe mich über den Real-Sieg gefreut (Zidane forever!) und hier geht der Karneval der Kulturen an den Start. In Kabul ist Krieg, in London die Hölle los. Es ist Pfingsten. Doch kein Brausen vom […]

Weltklima

Jede/r ist verantwortlich. Da müssen wir uns gar nicht so sehr über Trump empören (sorgen natürlich schon). – Wer begreift denn schon im Alltag, welche Gesten, Selbstverständlichkeiten dem Klima schaden. Hier gilt es anzufangen. Und hier habe ich „die“ Amerikaner/innen bzw. „die“ Kalifornien/innen als ungeheuer umweltbewusst erlebt. Kein, nö, wirklich kein Müll am Strand (ausser […]