Noch mehr Souvenirs

Es sind ja nicht nur die Mitbringsel einer Reise, die einen daran erinnern, dass die Welt größer ist als der eigene Tellerrand. Mein Besuch im Case-Study-House Nr. 8, dem Wohnort von Charles und Ray Eames, gehörte zu den großen Höhepunkten meiner Reise und hat Nachwirkungen. Das Haus gehört zu einem ehrgeizigen Projekt der Nachkriegszeit, in dem neue Technologien (industrielle Fertigung) zum Hausbau eingesetzt wurden. John Entenza, Herausgeber der Zeitschrift „Arts & Architecture“ war der Initiator, er beauftragte mehrere Büros, Entwürfe zu entwickeln. Eames gehörten dazu. Um es kurz zu machen: die beiden kauften das Grundstück, bauten das Haus und zogen selbst ein. Das war Heiligabend 1949 und es gibt ein wundervolles Foto von Charles, das im Shop als Postkarte verkauft wird, und das ihn strahlend wie ein Honigkuchenpferd neben einem selbstgebastelten (na, von wegen! Design!!!) Lichtbaum zum besonderen Jahreswechsel zeigt.

Ich habe mich nicht nur in das Haus verliebt. Sondern auch in die beiden Hausherr/innen. Charles und Ray hatten sich an der Uni kennengelernt, er war Professor, sie Schülerin – allerdings, wenn ich richtig gelesen habe, nicht seine. Sie heirateten und machten, wie es scheint, eine von persönlichem Glück beschienene, steile Karriere. Vor allem Ray hat auf den erhaltenen Fotos ein so bezauberndes Lächeln, dass mir jedes Mal das Herz aufgeht, nur wenn ich sie sehe. Von der Eames-Foundation vor Ort habe ich ein kleines Büchlein erstanden, „15 Things Charles and Ray teach us“. Daraus habe ich mir auf dem Rückflug welche rausgepickt, die ich selbst fürs weitere (Arbeits-) Leben berücksichtigen will:

Keep good company

Explain it to a child

Get lost in the content

Never tolerate „O.K. anything“

Das Buch über die beiden als Architekten und Designer habe ich gestern gekauft. Es ist ein weiteres Ferienmitbringsel, wenn auch diesmal eins aus Berlin…

 

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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