Gefahren des Kaffeegenusses

Ich komme aus einer Arbeiterfamilie. Morgens um fünf ging der Tag los. Und als erstes ging die Kaffeemaschine an den Start. Meine Eltern konnten schon früh beide auch abends noch ein Tässchen vertragen. Als ich ins Kaffeealter kam, war das für mich ein großes Rätsel. Mittlerweile tue ich es ihnen nach. Klar, der Kaffee zu Hause schmeckte zum Abgewöhnen. Ich habe entsprechend lange gebraucht, mich dafür zu erwärmen (haha), im Studium war es aus nachfliegenden Gründen dann mal soweit. Mein erster „richtiger“ (whatever) Freund hatte Eltern, die einen Kaffee- und Teeladen betrieben, mit – in den späten 1980er Jahren eine Sensation – eigener Röstmaschine. Da also lernte ich meinen ersten (ebenfalls) „richtigen“ Kaffee kennen. Und seitdem gab es – zumindest, was das Getränk anging – kein Halten mehr.

Ein Relikt auch meinem Elternhaus ist löslicher Kaffee. Ich trinke ihn in rauen Mengen und ernte natürlich belustigte Blicke: Als wenn das (!) Kaffee wäre. Egal. Ich kann guten Kaffee durchaus schätzen. Aber morgens muss es einfach gehen. Und schnell. Während der Arbeit, dito. Die größte Kaffeekatastrophe erlebte ich vor sechs Jahren. Mein Laptop war nagelneu und ich kippte (natürlich versehentlich) einen ganzen (!) Pott heißen Kaffee in die Tastatur. Zwei Wochen vorher hatte ein Auftraggeber dasselbe geschafft und den Rechner (gleiche Marke) verloren. Ich war geistesgegenwärtig, drehte das Gerät um und legte es tropfnass auf mein Bett. Jaja, schöne Sauerei. Aber das Ding war auf diese Weise gerettet. Ein Schock fürs Leben, möchte man meinen.

Seit einem halben Jahr habe ich ein neues Laptop. Ahnt Ihr, was kommt? Genau. Gestern schüttete ich meinen, diesmal halb vollen und nahezu kalten Becher Kaffee über das neue Teil. Diesmal im Büro. Wie es dazu kommen konnte? Wir saßen am Besprechungstisch. Für mein dusseliges Hirn, das sich gemerkt hatte, kein Kaffee never am Arbeitstisch, hatte einen Fehler gemacht. Und ich mir zum Glück die Rettungsmethode gemerkt. Rechner auf jeden Fall an lassen, umkippen. Dieses Mal landete er auf einem von meinen Kolleginnen ultraschnell herbeigeschafften Berg von Spültüchern. Happy End. Der Rechner lebt. Und was sagt uns das? Ich habe wahnsinniges Glück gehabt. Danke, Glücksfee!!!

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 7

  1. Stephanie Jaeckel 10. Juni 2017

    Ich sitze hier immer noch, und starre ungläubig in den leuchtenden Bildschirm. Auf jeden Fall ist das Wochenende – zumindest am Start – damit gerettet. Rechner vor allem nicht ausschalten, hatte mir mein Computerarzt gesagt. Keine Ahnung, ob das so grundsätzlich stimmt, bei mir hat es sich bewährt. Dir auch ein gutes Wochenende!

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