Pioniere

Selten hat man so viele erste Male, wie auf Reisen. Oder besser: Erste Blicke. Erst jetzt habe ich verstanden, warum Reisende so oft den Wunsch haben, auf eigenen – und nicht den ausgetretenen – Pfaden zu wandeln (oder wohl eher: zu wandern). Es ist aufregend. Man kann sich wie der erste Mensch fühlen. Da stört eine Horde fotografierender „Kolleg/innen“ ganz schön. Ich hatte Glück, und die Horden waren allerhöchstens „Hördchen“, also wenige. Sie zu sehen, war zum Teil aufschlussreich und anrührend. Wie diese beiden Bezwinger des Strandfelsens, die von ihrer Begleiterin fotografiert werden.

An die eigenen Grenzen kommen. Zum Beispiel an der „final frontier“ der Neuen Welt. Und ich als Pionierin meiner eigenen Lebensreise. Tatsächlich habe ich das Gefühl, Grenzerfahrungen gemacht zu haben. Neben dem Fotografieren konnte ich beobachten, was Menschen an solchen Strand-Grenzen tun. Immer tun: Fotos machen, Sammeln und Bauen. Wobei man Fotos natürlich auch unter Sammeln subsumieren kann. Aber es sieht am Strand anders aus, ich meine sie machen andere Bewegungen, Gesten, als die Sammler, die wie zweibeinige Hunde mit der Nase hart am Boden der Wasserlinie, oder einer früheren Wasserlinie folgten. Außerdem standen merkwürdige Konstruktionen aus Treibholz, Steinen und ein paar wenigen Muscheln herum, Land-Art wollte man meinen, aber eben meist bloß das reine Vergnügen. Mitmachen der akute Wunsch in solchen Pioniermomenten – oder mitnehmen. Teil der Natur sein – ? Kann man so weit gehen? Und könnte diese fast kindliche Haltung uns etwas über einen klügeren Umgang mit unserer Umwelt beibringen?

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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