Weltklima

Jede/r ist verantwortlich. Da müssen wir uns gar nicht so sehr über Trump empören (sorgen natürlich schon). – Wer begreift denn schon im Alltag, welche Gesten, Selbstverständlichkeiten dem Klima schaden. Hier gilt es anzufangen. Und hier habe ich „die“ Amerikaner/innen bzw. „die“ Kalifornien/innen als ungeheuer umweltbewusst erlebt. Kein, nö, wirklich kein Müll am Strand (ausser die angeschwemmten Dinge), ein ausgeprägter Sinn für Wasserökonomie (klar, sie müssen Wasser sparen – aber sie tun es weitestgehend auch), in allen von mir besuchten Supermärkten Papiertüten. Natürlich – sie fahren nach wie vor wie die Weltmeister Auto. Aber bei den Strecken sind Alternativen wirklich kniffelig zu finden. Busse und Bahnen werden übrigens genutzt. Und auf den Autobahnen gibt es extra Spuren für Autos, die mit mehr als einem Menschen besetzt sind. Es brennt in den Ohren, wenn jemand meint, Geld gehe vor Ökologie. Aber bitte, erst mal an die eigene Nase packen. Und vielleicht öfter darüber nachdenken oder mit Freund/innen darüber reden, was getan werden kann. Nur so kommt das Thema wirklich bei uns an und so schnell wie möglich in die Welt.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 4

  1. flowerywallpaper 4. Juni 2017

    Ja, du sagst es. Meine Jugendfreundin ist Klimaforscherin und macht auch Vortragsreisen. Sie sagt, nach jedem Vortrag schimpfen die Zuhörer auf Firmen und die Politiker, was die alles nicht machen. Sie sagt dann aber zu den Zuhörern, bitte jeder, auch Sie sollten bei sich anfangen und nicht den anderen vorhalten was sie alles nicht tun. – ich meine, wenn jeder auf der Welt in seinem Umfeld Gutes tun würde, hätten wir ein Paradies.

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    • Stephanie Jaeckel 4. Juni 2017

      Ja, das ist dieser merkwürdige blinde Fleck in unserer Wahrnehmung, den wir dringend überspringen müssen, um diese Welt für uns (wohlgemerkt) bewohnbar zu halten. Wir haben uns Jahrtausende lang bedient. Jetzt ist es an der Zeit, etwas zurück zu geben. Im Grunde müsste das eine Selbstverständlichkeit sein.

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  2. volkerwiesner 5. Juni 2017

    Schwieriges Thema. Meine Mutter hat sich keine Spülmaschine gekauft und von Hand gespült ( Wasserverschwendung ). Mein Arbeitskollege will ( aus Bequemlichkeit ? ) keine Fahrgemeinschaft. Müll wäre vermeidbar oder besser recyclebar, wenn man bewusst trennen würde und tatsächlich stoffgetrennt gesammelt würde. Im Duschgel sind Mikropartikel aus Kunststoff. Solaranlagen auf dem Dach verursachen negative Strahlung ( meint mein Vater ). Wo ist eigentlich der Kunststoffersatz, der aus Mais gepresst werden kann ( vor einigen Monaten ne Reportage aus Süddeutschland dazu gesehen ) ? Ich will mir kein Teures Biogemüse leisten, weil ich sparen muss – wenn mal mein Auto kaputt geht brauch ich ein anderes. Und ohne geht’s auf dem Land nicht. Meine Frau surft gerne bei Amazon u co und konsumiert „ständig“ neue Dinge – und gerne die teuren Varianten, die haben mehr Qualität. Und sind wahrscheinlich ökologischer besser als Billigware. Wahrscheinlich. In China in großen Städten ist die Luft grauenhaft schlecht. Betrifft mich nur in dem Moment, wo ich es am Fernsehen sehe. Im Grossen und ganzen sind wir in Deutschland bis auf das Thema Müll doch gar nicht so schlecht. Oder ? Natürlich verbrauchen wir direkt und indirekt viel Öl. Aber wie kann ich da effektiv was dagegen tun ? Mein persönlicher Verzicht bringt nichts, das ist einfach real. Aber wodurch wird denn Umweltzerstörung gesteuert ? Also kann ich da irgendwo nen Hebel beeinflussen ? Wirklich beeinflussen ? Wo wird denn entschieden, dass es mehr Sinn macht, Plastiktüten statt Papiertüten anzubieten ? Ich vermute in den Marketingabteilungen und Geschäftsführungen. Aber warum ist das so ? Beweise für die Nutzbarkeit von z.B. Permakultur gibt’s – aber keiner baut so an. Warum ? Mein Smartphone wird wahrscheinlich unter unwürdigen Bedingungen hergestellt, von der Gewinnung der Grundstoffe bis zum Zusammenbau in Indien. Und die Apfelfirma hat Rekordverdächtige Bargeldreserven. Warum ist das so ? Vielleicht kann ich ja was besser machen, aber was bringt wirklich was ? PS: ich verwende übrigens oft einen Einkaufskorb und hab für Notfälle auch 3 Plastiktüten im Handschuhfach. Ist doch schon mal was, oder ?

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    • Stephanie Jaeckel 5. Juni 2017

      Ich sehe das anders. Mein persönlicher Verzicht zählt, einfach, weil er ein Bewusstsein für das Thema schafft. Ich habe zum Beispiel ein Jahr gebraucht, bis ich beim Duschen das Wasser auf (m)ein Minimum reduziert hatte. Davon wird die Welt sicher nicht besser. Aber ich mache es mittlerweile automatisch. Ich verwende so wenig Strom wie möglich. Es ist mir ebenfalls selbstverständlich geworden. Ich überlege, wenn ich etwas kaufen möchte. Ebenso, wenn ich etwas wegwerfe (verschenken ist manchmal eben auch eine Möglichkeit). Einkauf ohne Tüten funktioniert noch nicht perfekt. Doch ich merke, wie wenig es mich kostet, aufmerksamer zu sein. Darum geht es vielleicht: Die Welt wieder mit anderen Augen zu sehen. Als ich in Kalifornien war, habe ich deutlicher als in Deutschland gemerkt, wie sehr wir in der Natur stehen und von ihr abhängig sind. Unsere Spezies kann nicht ohne die Weltmeere überleben. Am Wannsee kann man das natürlich schon mal vergessen. Ein anderes gutes Bespiel habe ich bei meiner Freundin gesehen, die gerade in einen winzigen Ort in der Nähe von Hannover gezogen ist. Dort haben sie von der nächstgelegenen Bahnstation zum Ort hinauf einige Bänke an der Straße aufgestellt. Wer dort sitzt, will mitgenommen werden. Und wird mitgenommen. Allerdings bilden sich die Fahrgemeinschaften meist schon im Zug, weil sie eh alle untereinander kennen. Es geht, ist die frohe Botschaft. Ob es was bringt, scheint mir die falsche Frage. Wenn ich meine Umwelt wieder im Focus habe, werde ich anders denken, andere Ideen haben, vielleicht neue Wege oder Lösungen finden.

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