Das konnte er gut: Dinge sagen, von denen man im ersten Moment nicht recht wusste, ob man sie richtig verstanden hatte. Capri-Birne? Ich denke sowieso mit dem Knie. Und jeder Mensch – echt jetzt?
Heute vor 100 Jahren wurde Joseph Beuys geboren, für rheinländische Kunstgeschichtsstudent/innen eine Größe, an der nicht so einfach vorbei zu kommen war. Weil er Star Trek schaute, konnte er doch nicht völlig blöd sein, aber was er da machte, pffffff. Ich schwankte oft hin und her. Unverständnis, Ablehnung, Faszination, nicht zuletzt Entspannung: Der ganze Schrott wollte nicht bewundert werden. Der stand eben erratisch bis unübersichtlich in Museen herum und erinnerte an Baustellen oder Brachen, an Orte also, die ich immer ganz gerne mochte.
Eigentlich wollte ich mich heute mal eine Stunde hinsetzten, und mich an meine Begegnungen mit Beuyscher Kunst erinnern. Aber der Tag hat eine komische Abkürzung vorgenommen. Jetzt ist es Abend und ich zu müde. Ich will sehen, dass ich das Vorhaben nachhole. Denn eins ärgert mich schon, wie sehr Beuys jetzt in die rechte Ecke gedrängt wird. Es hat sich gezeigt, dass er seine Biografie geglättet, esoterische und undemokratische Gedanken gedacht oder andere politisch nicht korrekte Ideen hatte. Aber er hatte eben auch einen großen Drang, Dinge zu ändern, andersherum zu denken, und damit vielleicht besser, weil – so würde ich das formulieren – ehrlicher zu machen. Ich hoffe, ich finde Zeit, mir das genauer anzuschauen. Und Ihr so? Habt Ihr Euch an Beuys gestoßen, oder war er einfach egal?








