Autodidakt/in sein

Meine Freundin möchte demnächst in der VHS unterrichten. Sie rief mich halb lachend halb fassungslos an, denn 16 Dokumente sind dafür auszufüllen, dazu Magistra- und (ja wirklich!) Abiturzeugnis abzuliefern. Ich habe mitgelacht. Und gedacht, klar, wir sind hier in Deutschland… und Professionalität bemisst sich nach Zeugnissen und möglichst guten Noten.

Dabei. Oder: Gleichzeitig. Wer einen frischen Blick auf Dinge hat, sieht manchmal mehr. Eigentlich wissen das alle, aber kaum jemand traut sich oder anderen das so richtig zu. Ich habe als Quereinsteigerin häufig in gewissen Grauzonen gearbeitet und war froh, dass meine Auftraggeber/innen nicht so genau nachgefragt haben. Denn ich war blutige Anfängerin. Leider habe ich mich da oft zu sehr nach dem, „wie man es richtig macht“ orientiert, um wirklich originell zu sein. Aber gut. So habe ich zumindest einiges gelernt.

Die Idee, dass weniger zu wissen ein Vorteil sein kann, ist befreiend. Nicht, um fortan nix mehr zu lernen. Sondern um sich selber zu versichern. Erfahrung, Witz, Neugier können zu besseren Ergebnissen führen als das Einhalten von Regeln und anderen To Do’s. „Ich kann das nicht“ – doch. Der Satz bleibt natürlich trotzdem gültig. Weil auch Autodidakt/innen das Recht haben, Nein zu sagen. Oder nicht zu wollen. Ich muss schließlich nicht alles können.

Filed under: Allgemein

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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