Oasen schaffen

Was zählt im Leben? Eine Frage, so hartnäckig wie eine Fliege. Zumindest in meinem Leben. Zumindest in den letzten Monaten, wo der Alltag weit und öd ist wie eine wüste Ebene.

Genug Sendungsbewusstsein, die Menschheit zu retten, fehlt mir. Oder vielleicht einfach auch nur die rettende Idee.

Ordentlich durchkommen? Eine Vorstellung, die mächtig am Ego kratzt, aber möglicherweise die Richtung weist. Wobei „ordentlich“ ja auch einen gewissen Spielraum lässt. Aber dann denke ich an den Fürsten Pückler, mit dem ich mich gerade beruflich beschäftige. Eigentlich ein ziemlicher Egomane, und bestimmt kein Vorbild für eine Frau im 21. Jahrhundert. Aber – er war, bei allen Macken ein großartiger Gastgeber. Er liebte (gute) Gespräche und brachte die Leute liebend gerne zusammen. Natürlich spielte da auch Eitelkeit eine Rolle, Könige oder Königinnen sollte mindestens in der Gästeliste sein. Aber dann konnte er auch den Lehrer aus Cottbus oder sogar seinen eigenen Hausangestellten Billy mit an die Tafel bitten. Und seinen Park in Branitz öffnete er von Anfang an fürs Publikum: eintrittsfrei. Oasen schaffen, so nannte er als älterer Herr sein Lebensziel, und auch wenn ich sicher nicht die Gelegenheit finden werde, wie Pückler große Parks zu gestalten, die Idee hat was:

Oasen schaffen! Wäre das nicht eine gute Idee?

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 2

    • Stephanie Jaeckel 23. April 2021

      Stimmt, Oasen sind ja vielfältig. Da kann man überall mal anfangen. Vor ein paar Jahren habe ich begonnen, ein paar Blumenpötte in den Hof zu stellen. Mittlerweile ist da – natürlich auch wegen Corona – eine kleine Begegnungsstätte fürs Haus entstanden. Eine grüne Insel mit Tisch und Stühlen. Sicher kein Lebenswerk – aber ich gucke gerne drauf, wenn ich bei mir am Fenster stehe…

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