Etwas zurück geben

Eben habe ich einen Artikel über Frank Gehry gelesen, der Architekt ist mittlerweile 92 und offensichtlich rege wie immer. Seine Gebäude überraschen – er hat das Guggenheim in Bilbao entworfen oder die Disney Hall (Philharmonie) in Los Angeles – und denkt längst nicht ans aufhören. Natürlich sind Menschen, die ihre, sagen wir „Traumberufe“ gefunden haben, gut dran. Dennoch, Arbeit ist und bleibt Arbeit. Er entwirft mittlerweile auch für soziale Einrichtungen, zum Beispiel ein Obdachlosenheim am Wilshire Boulevard, und ich musste wirklich lachen: alle die reichen Bonzen, die von einer Gehry-Villa träumen und dann: hahahaha!

Die Idee, in Rente zu gehen und das Alter soweit es geht ohne Arbeit zu genießen ist sicher nicht schlecht. Und es gibt vielen den Raum, überhaupt erst einmal das zu tun, was ihnen liegt. Oder eine Herzensangelegenheit ist. Selbst Nichtstun, die freien Stunden genießen, ist ja Leben genug. Aber die Idee, gerade im Alter die Gelegenheit zu nutzen, etwas zurückzugeben von dem, was man bekommen hat, erscheint mir befreiend: als eine Großzügigkeit, die man sich herausnimmt, ganz ohne Grund oder Zwang.

Man kann auch einfach mal so großzügig die Stadt verschönern, wie auf dem Foto aus Berlin zu sehen. Und, noch viel toller als die Bauten von Gehry sind seine Entwürfe: sie sehen auf den ersten Blick aus wie ein ulkig zusammengesteckter Abfall. Aber dann!

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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