Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Noch so eine Überraschung

Ja, haha, die New Yorker Erdnusstüte war in Santa Fe aufgeblasen wie ein kleiner Luftballon, so sehr hatte der Höhenunterschied auf die Luft in der Verpackung gewirkt. Aber was noch überraschender war: obwohl ich dauernd Törtchen gegessen habe und anderes süße und fettige Zeug, habe ich kein Gramm zugenommen. Und nein: bewegt habe ich mich […]

Ankommen

Das war noch so eine Überraschung bei meiner Reise. So leicht ich an dem Anreisetag in New York reingerutscht bin (trotz Migräne), so lange – nämlich drei Wochen – habe ich gebraucht, zurück in Berlin wieder Fuß zu fassen. Ich kam einfach nicht an. Ich wusste nachts nicht, wo ich bin (während ich in allen […]

Disziplin

Es gibt ein Missverständnis. Menschen, die ihre Arbeit ohne Sinn und Verstand durchknüppeln, damit sie termingerecht fertig wird, gelten als diszipliniert. Wenn sie das regelmäßig machen, gelten sie als super diszipliniert. Echt jetzt? Disziplin wird im Deutschen gerne mit „eisern“ kombiniert. Das bedeutet dann: „hart gegen sich selbst“ oder „willensstark“ sein. Disziplin ist jedoch – […]

Es geht vielleicht auch anders herum?

Eine glückliche Kindheit ist das Fundament eines guten Lebens. Soweit die einhellige Meinung. Ich hatte keine glatt glückliche Kindheit. Solange ich mich erinnern kann, wollte ich erwachsen werden, um der Kindheit zu entkommen. Ich bin mittlerweile erwachsen. Mir kommen Zweifel. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich möchte jedes einzelne Kind auf dieser Welt glücklich […]

Ach so!

Reisen bildet. Geschenkt. Aber man muss den Reisen auch eine Chance geben. Ich habe die letzten beiden Wochen versucht, beim Sortieren der Urlaubsfotos oder dem „Eingemeinden“ meiner Mitbringsel noch einmal genauer hinzuschauen. Gleichzeitig beschäftige ich mich beruflich gerade mit Hölderlin. Wie schon bei Winckelmann hat mich auch bei ihm anfangs diese Antikenbegeisterung so irritiert. Mir […]

Der Hase im Geist

Bei uns werden Hasen gerne als harmlose Mümmler diskreditiert. Oder mit Angst assoziiert. Anders woanders. Zum Beispiel im chinesischen Horoskop. Da ist der Hase das glücklichste aller Tierzeichen. Oder bei den indigenen Bewohnern Amerikas. Der Hase (eigentlich ein Kaninchen: Jack-Rabbit) ist tugendhaft (was auch immer das heißt), wenig neugierig (was Tratscherei angeht) und unaufdringlich talentiert (stellt […]

Wen treffe ich auf Reisen?

Mich selbst. Das ist wahrscheinlich in jedem Fall eine stimmige Antwort. Dennoch ist mir unterwegs aufgefallen, was ich in Berlin zwar sehe, bislang aber kaum registriert habe. Dieser Wunsch, in einer fremden Umgebung Selfies zu machen. Vielleicht ist mir das in Berlin deshalb nicht so präsent, weil ich hier lebe, und mir die Umgebung präsent […]

Was bleibt?

Was bleibt von einer Reise außer Erinnerungen und Mitbringsel? Die Frage ist für mich die nach dem Sinn von Reisen. Ferien. Ja: Das tun, wozu ich sonst keine Gelegenheit habe. Und das heißt bei mir sehr konkret: weit weg vom Schreibtisch leben. Es ist tatsächlich eine Befreiung, und zwar, je weiter ich weg bin. Denn […]

Pausenbild…

Das reizende Streifenhörnchen hält die Stellung, solange ich mich wieder an meine Schreibtischexistenz gewöhne. So gesehen im Joshua Tree Nationalpark in Kalifornien. Zum Glück wusste ich da noch nicht, dass es neben den süßen Hörnchen auch Taranteln gibt.