Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Was denken? Was tun?

Krieg. Ein sperriges Wort. Für mich im Westen von Europa eher ein Gespenst aus der Vergangenheit. Oder aus weit entfernten Gegenden. Mit dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien kam er für mich zum ersten Mal näher. Seit einem Jahr bedroht er die Weltordnung (wobei Ordnung natürlich eine gewisse Übertreibung ist) und unser Gefühl, mehr oder weniger […]

Da lacht der Berliner

aber nicht mehr lange. Dieser unsäglich leckere und wohlproportionierte Pfannkuchen ist eine Handarbeit meiner Bürokollegin Katrin. Herzlichen Dank für diese Köstlichkeit. Die Rheinländerin hat sich für einen kurzen Moment fast wie zu Hause gefühlt…

Zeichnungen aus 40 Jahren, „to be continued“ – Frank Taffelt in der Berliner Galerie Inga Kondeyne

Handarbeit ist ein Begriff, dessen ursprüngliche Bedeutung im digitalen Zeitalter wieder nach vorne rückt, zumindest scheint es mir so: Handarbeit im Sinn eines nicht-maschinellen Tuns. Dennoch mögen die meisten nach wie vor Textilien vor Augen haben. Oder Frauen, die häkeln, stricken, weben. Textilien, Fäden, Garne, Wolle, die verarbeitet, zu Flächen werden. Die ihrerseits, proportioniert, vernäht, […]

Innehalten

Es ist weit weg. Es ist grauenhaft. Ich habe es gesehen. Das Erdbeben in der Türkei und in Syrien. So viel Elend. Ich spüre es. Ich bin bedrückt, traurig. Es gibt den Impuls, etwas zu tun, bloß was? Ich klappe den Rechner zu, zünde eine Kerze an. Denke an die Menschen im Katastrophengebiet. Ich habe […]

Ein falscher Tag

Zumindest schien die Sonne. Und nein: Natürlich gibt es keine falschen Tage. Aber solche, die sich falsch anfühlen. Überflüssig, drückend, unnötig. Zum aus dem Kalender streichen. Komplett zum Vergessen. Decke drüber: nächster Tag. Geht aber nicht. Der Tag ist gelebt. Im Gepäck. Passiert. Was war los? Nichts weiter. Nur, dass alles, was ich anfasste, stecken […]

Boss der magischen Feder sein

Noch habe ich keine Angst vor KI-Texten. Solange Künstliche Intelligenz noch nicht denken kann, kommt charmanter oder ärgerlicher Murx heraus, kein Text. Allerdings fasziniert mich die Art der Ergebnisse. Und tatsächlich kann ich mir vorstellen, dass bei kompletter Blockade – und dem Zeitdruck, der da meist eine Rolle spielt – zumindest eine Anregung rauskommen kann. […]

Die ewige Baustelle

Nein. Ich meine nicht Berlin. Obwohl diese Stadt einen lehrt, dass nu wirklich nix nie fertig ist. Oder auch, dass der beste Plan auf dem Papier gerne Murcks im späteren Dasein verspricht. Womit wohl klar ist, dass ich mal wieder Nabelschau halte, und denke: Was für eine Baustelle ich bin! Hm. Hmmmmmmm. Das Foto immerhin […]

Was vom Fest übrig bleibt

Zu Hause gab es keine Feste. Und wenn, dann wurden daraus Katastrophen. Grund war vermutlich die große Angst meiner Mutter vor Pannen. Sie fing meist zu früh an mit den Vorbereitungen, machte sich dann die wenigste Mühe mit Deko und Essen (vermutlich, um auch da keine Fehler zu machen) und manövrierte alle in einen Zustand […]

Wer in Kreuzberg wohnt,

ach, das wäre eine lange Geschichte. Weil Kreuzberg mit so vielen Vorstellungen verhaftet ist, dass es Absätze bräuchte, um sie aufzuzählen, mit einigen aufzuräumen, andere, eigene Vorstellungen hinzuzufügen. Was mir an dem Stadtteil gefällt: Langweilig wird es nicht. In der langen Coronazeit bin ich hier viel spazieren gegangen. Und dennoch: Die Straßen warten immer wieder […]

Sternschnuppen

So kann es gehen: Ich fahre mit dem Rad zum nächsten Termin, mehr oder weniger im Autopilot, viele Dinge gehen mir durch den Kopf: Was ich bis Ende der Woche noch zu erledigen habe, was ich am Abend kochen möchte, wann ich meinen Vater am besten anrufe und beim Arzt. Und zack! „Denk ma…“ Ich […]