Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Freiheit, die ich meine

Als Kind war für mich die Sache klar. Freiheit hieß, den Erwachsenen nicht mehr gehorchen zu müssen. Unbegründete Verbote waren mir wie die Stangen eines Käfigs, ein bloßes Ja oder Nein eine Zumutung. Mit 18 waren mir diese Erfahrungen kaum noch bewusst. Ich hatte Pflichten und machte mir über Freiheiten wenig Gedanken. Nach und nach […]

Lesezeit

Oft wundere mich über die Zeit, die beim Lesen vergeht oder: wie verschieden schnell oder langsam ich Texte lese. Ist es wirklich nur eine Frage der Verständlichkeit? Sind dünne Bücher schneller aus, weil in dicken die Geschichten zu komplex sind? Oder lese ich dicke Bücher schneller, damit ich die Fäden nicht verliere. Und wie würde […]

Partyvorbereitungen

Puh, das habe ich wirklich lange nicht mehr gemacht, einen ganzen Abend mit einer Freundin das Partybuffet vorbereiten. Ich habe mich gleich 20 Jahre jünger gefühlt, was so eigentlich gar nicht stimmt. Ich war 20 Jahre jünger, auch wenn ich das nicht belegen oder beweisen kann. Wir haben übrigens das getan, was man eigentlich nicht […]

Bücher

Manchmal scheinen sie mir aus einer anderen Welt zu kommen. Nicht nur, dass die Geschichten aus anderen Köpfen stammen, nein, Bücher sind alte Begleiter der Menschen, und wo sie neu erfunden wurden, gingen sie woanders gerade mit einer anderen Hochkultur unter (wenn auch in anderen Formen als Textrollen oder Tontafeln). Gleichzeitig sind Bücher duldsame Zeitgenossen. […]

Jemandem den Stuhl vor die Tür setzen

Um es vorweg zu nehmen: Dieser Stuhl hat sich draußen nur ausgestunken. Der war nämlich frisch gestrichen. Kein Zeichen für Zerwürfnis also oder Zwist. Aber als ich ihn so da stehen sah, wurde mir klar, was das Sprichwort für die- oder denjenigen bedeutet haben mag, dem der Stuhl tatsächlich aus dem Haus oder der Wohnung […]

Ferienträume

Für den kleinen Urlaub zwischendurch hat gerade wieder ein Schalter auf dem Flughafen Tempelhof geöffnet… – Traumreisen für einen Nachmittag sind zu haben, die Abendflüge gibt es meist für einen noch geringeren Preis. Und was das Beste ist: all destinations! Einen Ferientraum hege ich schon sehr lange. Einfach losgehen. Oder ein bisschen Bahn oder Bus […]

Wegweiser

Wer den Boden unter den Füßen verliert oder im Raum die Orientierung – in Berlin gibt es zumindest eine Heimat. Habe ich gestern mit eigenen Augen gesehen. – Aber wenn ich mich nach meiner eigenen frage: Fremd sein ist mir geläufiger. Statt in der Heimat lebe ich im kleineren Zuhause. Aber – habe ich deshalb […]

Grundeinkommen

Das Thema lässt mich nicht los. Was wäre, wenn ich für eine Weile ein Grundeinkommen bekäme? Ich hätte vermutlich in dieser Zeit (oder zumindest am Anfang) keine Existenzangst. Klingt dramatisch. Ist es wahrscheinlich auch. Aber ich bin so dran gewöhnt, wie eine, die den ganzen Tag mit einem Mühlstein um den Hals rumläuft (haha). Wahrscheinlich […]