Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Schreiben nach Zahlen

Ein Kollege erzählte mir eben auf dem Weg nach Hause, dass Romanbiografien gerade en Vogue sind. Ich musste erst einen Moment überlegen, was mit dem Begriff gemeint ist (fiktive Lebensgeschichten über reale Menschen) und es hat noch einiges länger gedauert, bis mir ein, zwei, drei Bücher einfielen, die unter diese Kategorie fallen, und die ich […]

Strüßjer, Kamelle, Bützje!

Los gehts! In Köln war schon heute niemand mehr ans Telefon zu bekommen. Ich finde: unbedingt nachahmen. Und wenigstens am Wochenende feiern, als wenn es kein morgen gibt. Das Leben ist zu kurz. Feiert, egal was! Hoch die Tassen!

Auf Eiern gehen

Es gibt Konflikte, die begleiten einen ein Leben lang. Oder zumindest Jahrzehnte des Lebens. Oft hängen sie mit der Familie zusammen. Und wer sich nicht dazu entschließt, sich von der Familie abzusetzen und den Kontakt mehr oder ganz abzubrechen, trägt sie zuverlässig mit sich herum. Interessant an solchen Endloskonflikten ist eigentlich, dass sie – wie […]

Schablonen

Diese Bronzefiguren sind im Alten Museum in Berlin zu sehen. Sie stehen einmütig in einer Vitrine der Etrusker-Sammlung zusammen und zeigen uns ein nur zu gut bekanntes Männerbild: starke, selbstbewußte, kämpferische Athleten in Siegerpose. Das Lachen ist mir zügig vergangen. Denn – doch, ja, ich habe genau dieses Bild verinnerlicht. Schon irre oder? Die Figuren […]

Remember

Manchmal arbeite ich so lange, dass ich nicht mehr schlafen kann. Hier bin ich nicht mehr in Takt, sondern raus aus der Routine. Im weiten Bogen. Wach und müde zugleich. Mein Leben liegt vor mir wie eine fremde Landschaft. Und im Haus macht jemand Bambule. Die wichtigen Dinge kannst Du mit einer Hand greifen. Solange […]

Wollen wir, dass sich was ändert?

Die Deutschen sind schlecht im Bett. So stand es heute auf zeit-online zu lesen, und der befragte Experte, Volker Sigusch, sieht so seriös aus, dass ich ihm sofort glaube. „Karnickelsex“ attestiert er den meisten unserer Landsleute, und dass wir eben keinerlei Liebes- und Verführungskunst in unserer Kultur kennen. Wir seien auf Arbeit, Vernunft und Besitz […]

Hundeblick

Jaja, die kleine Maus weiß ganz genau, dass hier was nicht stimmt… Wieso bloß sitzt sie mitten im Bett, wo das doch sowas von verboten ist? Und, ach wie unangenehm, jetzt guckt auch noch einer. Schnell mal den Hundeblick aufsetzten und ein kleines Liedchen pfeifen. Ist was? Oh ja, Schatzi. Du bist bei Drei aus […]

Laues Lüftchen

Zugegeben, der Himmel ist von kompaktem Grau. Nicht schön anzusehen. Aber darunter tut sich was. Zartes Grün schaukelt im Wind (naja, Sturmböen sagen die Meteorologen dazu, ist also schon ein bisschen zackiger) und die verdutzten Vögel zwitschern sich eins. Licht am Horizont! Nur noch zwei Monate und wir haben Frühling (tja, hier hat der Rechner […]

Things happen

Für einen Artikel habe ich gerade ein Interview mit der US-amerikanischen Künstlerin Cynthia Schira gehört. Sie erzählt darin von den Zufällen, durch die sie es als Tochter einer alleinerziehenden Mutter in die Kunstwelt geschafft hat. Keine Karriere ist das, was sie beschreibt, allerdings auch kein Weg, der sich „einfach“ so ergeben hat. Cynthia war ein […]