Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Was ist ein schönes Buch?

So einfach die Frage, so variabel die Antworten. Schönheit ist nach wie vor ein heikler Begriff in unserer Zeit. Moderne und ihre Schwester Avantgarde haben sie in Misskredit gebracht: zu einfach, zu naiv, zu weit von jeglicher Realität entfernt. Über hundert Jahre später reiben wir uns manchmal die Augen: Wirklich? Schönheit kann mehr, als nur […]

Kleine Gesten

Ich könnte mir mal wieder ein Ohr abbeißen (haha, aber da muss die Evolution noch ein gutes Stück weiter…) – oder mir die Haare einzeln ausreißen (autsch, autsch, autsch, autsch…) – einmal mehr bin ich am Schluss eines langen Arbeitsmarathons übers Ziel geschossen, und habe mich auf den letzten Metern so verausgabt, dass ich jetzt […]

Die große Schlagzeile lautet:

Hartz IV soll weg. Das ist längst überfällig und insofern mehr als gut so. Für mich war das debattencamp der SPD vom vergangenen Wochenende mindestens drei Nummern kleiner, da ich keine Zeit hatte, an Diskussionen, Vorträgen oder Workshops teilzunehmen. Ich hatte mich als freiwillige Helferin gemeldet, und stand meist am Eingang, um Gäste in Empfang […]

Eigentlich

wollte ich heute vom Debattencamp der SPD berichten. Ich war sechs Stunden dort als Gästebetreuerin, konnte also nicht bei den Debatten, Diskussionen und Workshops mitmachen, habe dafür aber eine Menge am Rand mitbekommen. Aber jetzt bin ich einfach nur platt. Zur Feier des Tages deshalb nur diese reizenden Jungs – und hoch die Tassen!

Nur zur Erinnerung:

Nach dem irren Sommer hatten wir dieses Jahr (zur Belohnung?) einen fantastisch schönen Herbst. Mal sehen, was der Winter drauf hat. Aber auch, wenn ich das nicht besonders gerne schreibe: Ein paar Regenschauern wären schon ganz gut…

Science-Fiction-Kunst

Wer gerne ins All reist, ist bei der aktuellen Ausstellung „Crash“ der südkoreanischen Künstlerin Lee Bul im Berliner Martin-Gropius-Bau gut aufgehoben. Ihre allesamt futuristisch anmutenden Gebilde (Aliens und Cyborgs sind für sie noch die einfachste Übung), scheinen aus ihren Träumen direkt in die Wirklichkeit verwandelt, sehr genau, sehr kühl, sehr schlüssig. Und auch unvollkommen, hier […]

Alltag ist,

wie Ulli schreibt (s. Alltag, eine Idee ), Wiederholung: Tag und Nacht, Ebbe und Flut, Jahreszeiten rauf und runter, meinetwegen auch eine Änderungsschneiderei. Wenn man es hoch hängen will, ist der Alltag die entscheidende Conditio Humana, wobei möglicherweise auch hier am Ende der Fortschritt seine Finger im Spiel hatte: je weniger zivilisiert, desto weniger Alltag. Oder: […]

Nostalgie

wäre noch die harmloseste Deutung, wenn man die neugestaltete Mitte Berlins – von weit weg kommend – deuten wollte. Eine Vision, die in eine Vergangenheit weist, statt – wir reden von einer Hauptstadt – nach vorne zu schauen, einen Stadtraum zu bauen, der den heutigen Bedürfnissen entspricht, und Möglichkeiten für die Zukunft öffnet. Wenn dazu noch […]

Die Idee,

dass nur wir Lebenden an Allerheiligen und Allerseelen Kerzen für unsere Toten anzünden, ist vielleicht ein bisschen einseitig – dachte ich zumindest heute, als ich unterwegs zum Martin-Gropius-Bau war, um gleich zwei sensationelle Ausstellungen zu sehen (aber dazu später). Ein Himmel wie aus Gold.