Die große Schlagzeile lautet:

Hartz IV soll weg. Das ist längst überfällig und insofern mehr als gut so. Für mich war das debattencamp der SPD vom vergangenen Wochenende mindestens drei Nummern kleiner, da ich keine Zeit hatte, an Diskussionen, Vorträgen oder Workshops teilzunehmen. Ich hatte mich als freiwillige Helferin gemeldet, und stand meist am Eingang, um Gäste in Empfang zu nehmen. Oder ich war in dem großen Funkhaus (ehemals Ost Berlin) unterwegs, um dort Leuten mit Orientierungsschwierigkeiten weiterzuhelfen. Was gar nicht mal häufig vorkam, eher war das Lesen des Programms ein Problem, denn sowohl Buchstaben, als auch Lageplan waren gefährlich klein gedruckt.

Für mich war die Erkenntnis des Tages (sorry, leider enorm provinziell): Berlin ist nicht Deutschland. Wir haben hier unsere Probleme – und natürlich ist es richtig, dass wir uns vor Ort darum kümmern. Aber es ist gleichzeitig sooooo wichtig, mit den Leuten aus anderen Bundesländern in Kontakt zu sein. Wir brauchen neue Horizonte nicht nur einmal im Jahr.

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Da staunt das Berliner Bärchen!

Es wird zur Zeit so viel von Heimat geredet – aber ehrlich: unsere Heimat ist eben auch Bayern (jajaja, liebe Berliner/innen), oder Thüringen oder Rheinland-Pfalz. A apropos Rheinland-Pfalz: Malu Dreyer ist eine der coolsten Personen, denen ich auf dem Camp begegnet bin.

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Malu Dreyer beim Imbiss in der Cafeteria

Die sauste mit ihrem Behindertenmobil derart souverän durch das Gewühl, setzte sich auch in die Cafeteria und war damit ansprechbar, das hat mir sehr imponiert und noch mehr gefallen. Ach ja, das (auf eine gewisse Art auch leidige) Thema Frauen – wenn ich das richtig erspüre, ist es kaum noch eins in der (zumindest jungen) SPD. Und zum allerletzten noch das: In der Vorbereitung bekamen wir auf den Weg: Keine Sonderbehandlung für niemanden! Und eins kann ich sagen: Geht doch. Indem wir alle mit der gleichen Freundlichkeit behandeln. Ist auch (um einen Slogan der – ich glaube, evangelischen – Kirche zu zitieren:) für die (eigene) Seele gut. Und damit einen guten Start in die neue Woche!

 

Filed under: Allgemein

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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