Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Nostalgie

wäre noch die harmloseste Deutung, wenn man die neugestaltete Mitte Berlins – von weit weg kommend – deuten wollte. Eine Vision, die in eine Vergangenheit weist, statt – wir reden von einer Hauptstadt – nach vorne zu schauen, einen Stadtraum zu bauen, der den heutigen Bedürfnissen entspricht, und Möglichkeiten für die Zukunft öffnet. Wenn dazu noch […]

Die Idee,

dass nur wir Lebenden an Allerheiligen und Allerseelen Kerzen für unsere Toten anzünden, ist vielleicht ein bisschen einseitig – dachte ich zumindest heute, als ich unterwegs zum Martin-Gropius-Bau war, um gleich zwei sensationelle Ausstellungen zu sehen (aber dazu später). Ein Himmel wie aus Gold.

Totenmonat November

Die Vorstellung von Allerheiligen und Allerseelen als Gedenktage für die Verstorbenen bekundet die Hoffnung, dass die Verbindung zwischen Lebenden und Toten nicht abreißt. Insofern können diese Feste auch mit einer ungeheuren Freude begangen werden. Ich stelle schon mal einen Prosecco auf den Tisch. Schön kalt. Ich möchte mit jeder/m von Euch anstoßen. Enjoy!

„Science-Fiction als Luxus-Gehirnfreiheit“

So formuliert es Dietmar Dath, obwohl – oder gerade weil – das Genre gemeinhin als Trash sowohl in der Literatur als auch (wenn auch weniger) im Film wahrgenommen wird. Science Fiction, war für mich schon als Kind eine Spielwiese für die tollsten Ideen, egal, ob wir sie (schon) realisieren können, oder nicht. Das zeigt, hier […]

Ste-pha-nie

Wenn er meinen Namen sagt / Bedeutet er plötzlich etwas anderes / Dreisilbig / Als hätte ich ihn noch nie gehört. P.S. Und so hatte ich meinen Namen bislang auch noch nicht gesehen. Eine Widmung des in New York lebenden japanischen Künstlers Kiyomitsu Saito: Danke!  

Ein Jahr Genossin

Ein Jahr, das es für mich in sich hatte. Denn Politik ist mir nach wie vor fremd. Ich habe Berührungsängste und werde immer weiter damit konfrontiert, keinen Überblick zu haben, nirgends. Jedes Thema schlägt bislang in ein tiefes Feld von Ahnungslosigkeit ein. Noch kann ich bloß Anwesenheit bieten, wo andere Ideen haben, Diskussionen führen und […]

Wenn ich nicht arbeite, putze ich

Nein. Das stimmt nicht ganz. Wenn ich ganz viel gearbeitet habe, gibt es ganz viel zu putzen. Oder: Ich nenne es Freizeit, wenn ich putze. Weil, wenn ich putze, muss ich nicht denken. Aber: Wenn ich putze, wird längst alles nicht sauber. Und ein paar Spinnen müssen immer dran glauben. Egal. Heute habe ich geputzt, […]

Schlafen und essen

Wer hart arbeitet, so ein ehemaliger chinesischer Mönch, hat zwei Wünsche: zu schlafen und zu essen. Wir alle suchen nach einem besseren Leben. Und dass wir uns andere Wünsche erlauben können als diese beiden. Mehr Zeit, so unsere Vorstellungen, bedeute mehr Freizeit – „Quality time“ –  und damit mehr Wohlbefinden. Aber so geradlinig laufen die […]

Ziege auf dem Dach

…. Oder alle Palmen fliegen hoch (doch, ja, heute ist Sturm in Kreuzberg). Ich habe gestern einen mehrmonatigen Schreibmarathon abgeschlossen und stehe wie der Ochs vorm Berg oder die Ziege auf dem Dach. 100 Sachen sind liegen geblieben und ich drehe und wende mich und weiß nicht, wo anfangen. Dann doch besser gleich noch mal […]

Männer und Frauen

Ich lese gerade – quasi mal hier und mal da – Simone de Beauvoirs Buch über das Alter und eine Biografie über Marguerite Duras (von Jens Rosteck, im mare-verlag). Beide Frauen waren starke Liebhaberinnen, die eine mehr, die andere weniger monogam, beide extrem unkonventionell und klug genug, Schmerz oder Ablehnung nicht als eigenes Versagen zu […]