Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Jetzt aber!

Mittlerweile hat es sich im Netz rumgesprochen: Frau Jaeckel ist über 50. Die Werbeplattformen stellen sich auf Dauerbeschuss: Treppenlifte, Hörgeräte, Brillen, Augenlaser und seit neustem eine Datingplattform für Menschen 50+. Was suchen Sie, werde ich gefragt: einen Partner, Freunde zum Ausgehen, Nähe und Geborgenheit? Ja, frage ich mich: Was will ich denn? Und (einmal mehr): […]

Nachtwanderung

Mit kaltem Herz fühle ich mich wie im Wald ohne Kompass. Aber wer genau hinschaut, kann einen Stern am Himmel sehen. – Für alle, die gerade im Dunkeln tappen.

Auf den Frühling warten

Mitte März kann es noch einmal ungemütlich werden. Und dann scheint kurz vor dem Frühlingsbeginn alles noch sehr weit weg. Mir geht das gerade so: draußen friere ich schlimmer als den ganzen Winter über und ich habe ein Grau in mir, das eher in den Januar oder Februar passt. Sogar mein Herz schlägt lustlos, als […]

„Ihm fällt immer noch etwas ein, womit ich nicht rechne“ – Sieglinde Geisel im Gespräch mit Peter Bichsel

Ein Interview zwischen zwei Buchdeckel zu packen, ist ein Wagnis: Gibt der oder die Interviewte genug her – genug überraschende Momente oder Einsichten, genug Blick über den eigenen Tellerrand? Und was ist mit dem Gegenüber? Sind die Fragen spannend, der Blick klar? Kommt es zu einem Gespräch oder bleibt es bei einem bloßen Abfragen und […]

Miteinander reden

„Hast Du schon gehört?“ – das kann natürlich auch der Start in eine üble Klatschgeschichte werden. Dennoch. Selbst Klatsch und Tratsch haben das Zeug dazu, Menschen näher zu bringen. Ich bin – das mag Leute, die mich kennen fürs Erste verwundern – eher jemand, die nicht so gerne redet. Ich kann lange Zeiten ohne Gesprächspartner/innen […]

Gebrauchsanweisung fürs Ungerade

Biografien sind und bleiben für mich die großen Anreger in der Literatur. Romane versetzen mich in andere Zeiten oder Gegenden, und es ist ein Spass, mich unter fremden Sonnen oder Monden wiederzufinden. Sachbücher erweitern meinen Horizont (soweit ich sie verstehe), Biografien lese ich seltener, aber auch mit dem Wunsch, einzutauchen, mich in andere Zeiten oder […]

Nach Hause schwimmen

Jedesmal staune ich wieder: kaum bin ich zwei, drei Tage weg, sieht meine Wohnung anders aus – oder fühlt sich anders an. Oder: ich fühle mich anders an in meinem zu Hause. Der Kopf ist weiter. Ich packe Dinge an, die lange liegen geblieben sind, Routinen verschwinden wenigstens für ein, zwei Tage, ich spüre mehr […]

Über Land fahren

Wer aus der Großstadt kommt, mag schon eine Autofahrt genießen, die von einer Provinzstadt in die andere führt. Vor allem, wenn sich das Wetter entschlossen hat, alles in strahlendes Frühlingslicht zu tauchen. Geschenkt, dass es, einmal angekommen, wieder geregnet hat. Immerhin gab es ein sensationelles Café, mit Torten, die ich seit meiner Kindheit so nicht […]