Miteinander reden

„Hast Du schon gehört?“ – das kann natürlich auch der Start in eine üble Klatschgeschichte werden. Dennoch. Selbst Klatsch und Tratsch haben das Zeug dazu, Menschen näher zu bringen. Ich bin – das mag Leute, die mich kennen fürs Erste verwundern – eher jemand, die nicht so gerne redet. Ich kann lange Zeiten ohne Gesprächspartner/innen auskommen. Gerade vor Wochenenden gibt es schon mal Momente, in denen ich vor Freude seufze: „mal nicht mehr reden müssen.“ Aber spätestens Montag Mittag quassele ich wie ein Wasserfall auf die erste Person ein, die mir begegnet. Haha.

Gestern war dagegen so ein Tag, an dem ich von einem Gespräch in das andere geraten bin. Ich hatte ein Interview, danach habe ich erst mit meiner Interviewpartnerin zu Mittag gegessen, um im Büro erst länger mit der einen Kollegin und dann richtig lange mit den Kolleg/innen (samt putzigem, klugen kleinen Gästehund) aus dem Architekturbüro. Geplant war das nicht. Dennoch hatte ich das Gefühl, jetzt vor allem mal nicht auf die Uhr schauen zu müssen. Tatsächlich hatte ich gestern nicht ganz so viel zu tun und genug Zeit. Dass der Zeitteufel mir dennoch im Nacken sitzt, muss ich sicher nicht extra schreiben. Und dann bin ich bin mit enorm vielen Eindrücken und Ideen nach Hause gekommen. Ganz so, als hätte ich eine Reise gemacht.

Von wem dieses Bild ist, weiß ich nicht. Es hing in den Workshop-Räumen des Sprengel-Museums in Hannover. Ich entferne es selbstverständlich auf Wunsch. Es ist hinreißend!

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 11

  1. hummelweb 14. März 2019

    „Selbst Klatsch und Tratsch haben das Zeug dazu, Menschen näher zu bringen.“
    Das halte ich aber für eine trügerische Nähe… Weder die Objekte des Klatsches rücken näher (im Gegenteil, ist es nicht eher so, dass wir uns durch Klatsch und Tratsch von ihnen abgrenzen wollen?), noch die Klatschenden untereinander sind sich wirklich nah, müssen sie doch befürchten, als nächstes in den Fokus der anderen zu geraden.
    Aber Gespräche, gute Gespräche, da stimme ich dir völlig zu, sind manchmal wie eine Reise. Sie bereichern und erlauben Perspektivwechsel und manchmal sind sie sogar ungemein erfrischend!
    Liebe Grüße aus der Mittagspause,
    Hummel

    Gefällt 1 Person

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