Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Die Welt ohne mich

Das scheint mir eine wichtige Blickrichtung. Klar. Es sind immer meine Augen, die sehen. Und mein Gehirn (oder eben der Darm), das/der daraus Ansichten macht. Aber die Welt hat lange ohne mich existiert. Sie läuft nach anderen Taktgebern als meinen Befindlichkeiten. Es ist eine tatsächlich uralte Klage, dass die Menschen zu sehr auf den eigenen […]

Mein Nikolaus-Geschenk

passte dieses Jahr weder in Schuh noch Stiefel. Das Schwimmbad bei mir und die Ecke hat wieder auf! Ein kleines Bad, für echte Schwimmer/innen eher ein Witz. Aber gleich neben meinem Büro und damit geradezu unbezahlbar. Den ganzen Sommer über und dann noch bis Anfang Dezember hatte das Haus wegen Renovierung geschlossen. Ich muss gestehen, […]

„Keinen Widerspruchsgeist hegen…“

„… denn er ist dumm und widerlich; man rufe seine ganze Klugheit dagegen auf.“ So lese ich im „Handorakel“ von Balthasar Grazián, einem Buch, das schon über 450 Jahre alt ist. Wenn ich ehrlich bin, halte ich mich daran gerade auch ein bisschen fest. Denn egal, wo ich unterwegs bin, worüber ich nachdenke, ich bin […]

Handwerkliche Fähigkeiten

Im Zusammenhang mit der neuerlichen Pisa-Studie habe ich gelesen, dass Jugendliche nicht mehr nur nicht gerne lesen, sondern es auch nicht mehr besonders gut können. Der Befund: ein großer Teil der Schüler/innen bleiben, was ihre Lesefähigkeit angeht, auf dem Niveau von Grundschüler/innen. Hm. Bevor ich mich aufregen wollte, dachte ich erst mal, ob man die […]

Likes als Währung

„Qualität spielt keine Rolle mehr. Warum sonst bekommt ein Foto von einer Giraffe, die ein Blatt frisst, vier Millionen Likes?“ So war es neulich in einem Spiegel-Online-Interview mit dem Fotografen Albert Watson zu lesen. Watson ist seit den 1970er Jahren im Geschäft, hat eine klassische Karriere mit Mode- und Porträtfotos hingelegt, um – wie viele […]

Kurskorrektur

Eigentlich. Da ist es wieder! Denn – eigentlich ist doch alles – ? Oder? Mir ist es kürzlich aufgefallen. Das „eigentlich“ schlingert durch meine Gedanken.  Ein unscheinbares Wort. Eine Entschuldigung. Ein Erstaunen. Ein – vielleicht – falscher Weg oder eine nicht getroffene Entscheidung. „Eigentlich“ meint nämlich schon eine Menge: Das Eigentliche ist das Wesentliche, also […]

Bad Hair Day

Nix zu machen – nicht mal im Himmel: Ab morgen startet die Weihnachtssaison. Und, egal, wie viel liegen geblieben ist. Jede/r darf sich jetzt mal zurücklehnen, wenn vielleicht auch nur auf eine Tee- oder Kaffeetassenlänge. Wie war Dein Jahr? Hast Du noch etwas vor? Nenn‘ ohne viel nachzudenken drei Feen-Wünsche! Allen eine frohe Adventszeit.

Mit wenig auskommen

erscheint mir im Großen und Ganzen als eine gute Strategie. Ich verpulvere wenig Energie beim Unzufrieden-Sein, komme zurecht, und habe – als Nebeneffekt – einen kleinen ökologischen Fußabdruck (ja, sogar trotz der weiten Reise in diesem Jahr). Der Haken zeigt sich an unvermuteter Stelle. Ich fordere in Freundschaften manchmal zu wenig ein. Bin zu „angepasst“. […]

Direkte Demokratie

Der Befund ist eindeutig: Das Interesse an Politik schwindet seit Jahren. Gründe gibt es wahrscheinlich viele, der grundsätzliche Tenor ist: Die Politiker/innen machen ihren eigenen Kram. Was wir (die Wähler/innen) wünschen, ist egal, nachdem wir unser Kreuz auf dem Wahlzettel gemacht haben. Soweit, so vereinfacht. Das ist Weinen auf hohem Niveau, wenn auch nicht ohne […]

Verantwortung

Die meiste meiner beruflichen Zeit bin ich Dienstleistern. Ich schreibe Texte für Auftraggeber/innen. Immer wieder stresst mich diese Arbeit. Ja, es ist viel. Ja, es muss fast immer sehr schnell gehen. Aber das ist es nicht. Gestern hatte ich einen Geistesblitz – und dann: Mir fehlt – zumindest in diesen Aufträgen – die Verantwortung. Denn […]