Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Loslassen

gehört zu dem Schwierigsten, was wir von uns verlangen können. Gefangen in der Idee von Machbarkeit, in das Selbstverständnis, Dinge bewegen zu müssen, aktiv zu sein, den eigenen Weg zu machen, sein Leben zu gestalten, fühlen sich viele gerade, als hätte jemand den Stecker gezogen. Wir haben unseren gewohnten Alltag verloren, die To-Do-Listen bleiben liegen. […]

Hölderlin also

Vor 250 Jahren wurde Friedrich Hölderlin geboren, 50 Jahre kann ich mir gerade so vorstellen. Der Rest ist angelesen. Geburtstag hatte er am 20. März, heute war er – also damals am heutigen Tag – 13 Tage alt, natürlich schon getauft, in damaliger Zeit musste man so viele Neugeborene wie möglich vor der Hölle bewahren, […]

Kein Aprilscherz

Gestern war schließlich auch noch März. Und auf meinem Bankkonto-Auszug stand eine deutlich höhere Zahl als neulich noch: Der Corona-Zuschuss. Ich hätte es Anfang des Jahres nicht für möglich gehalten. Meine Mutter war an Alzheimer erkrankt, die Tortur, Pflegegeld in einem solchen Fall zu bekommen, war in manchen Zeiten schlimmer als die Krankheit selbst, die […]

Jetzt auch noch das:

Aprilwetter! Der vierte Monat ist so in etwa der Flaschenhals durch den das noch junge Jahr muss, um in die angenehmeren Zeitzonen zu kommen. Aber Schnee? Ich glaube, es war heute in Berlin kälter als den gesamten letzten Winter über. Ausnahmsweise mal schön, dass ich sogar offiziell nicht rauszuwollen hatte. Dafür habe ich im Internet […]

Die eigenen Schätze heben

Das Interessante an kniffeligen Situationen ist: Wie gehe ich damit um? Statt: Wie komme ich da wieder raus? (Das ist meist erst der zweite oder dritte Schritt). Momentan schaue ich mich um. Es ist so irre viel da, was getan, gedacht und meinetwegen auch verschlafen werden kann, ich habe das Gefühl, je mehr ich runter […]

Licht und Schatten

Aktuell ist Schwarz-Weiß-Sehen vielleicht eine der größten Gefahren neben der Ansteckung mit dem Virus selbst. Wer besorgt ist, neigt zu kräftigen Schattierungen beim Denken. Besonders schön ist es dann natürlich, wenn plötzlich mehr Licht ist. Ich sitze also gestern am Schreibtisch, drehe meinen Kopf ca. 45° nach links und schaue – blinzele (es ist sehr […]

Die Zeit nutzen

Ach ja, das sieht uns ähnlich. Kaum sitzen wir fest, überlegen wir, wie wir die viele Zeit nutzen können. Baumärkte erleben einen Ansturm, neue Hobbys werden erprobt, Sport auf engstem Raum organisiert, Stundenpläne aufgestellt, um bloß nicht – ja, was eigentlich? Muss man angesichts der eigenen Nichtsnutzigkeit wirklich gleich in Depressionen verfallen? Könnte es nicht […]