Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Wo der Brokkoli wächst

Berlin übertrifft sich gerade wieder selbst. Bäume, Sträucher, Blumen explodieren (zum Glück sehr geräuscharm und friedlich), Museen zeigen, was sie haben, oder wo sie gerade rankommen, Bühnen öffnen, Kinos gehen nach draußen. Vagabundierende Spaziergänge haben längst wieder mehr als ein Highlight. Großstadt at its best. Natürlich ist es kein Brokkoli. Wir sehen drei gestandene Bäume […]

Luft, zu atmen

Kunst schafft im besten Fall auch das: ein Angebot zum Verweilen, zum Gespräch. Lustig, dass es gerade bei Barbara Krugers Medien-Hypnose gelingt. Aber eben: die Neue Nationalgalerie kann weit mehr, als bloß Kunst ein Dach bieten. Highlight an einem tollen verregneten Sonntagsspaziergang.

In Kunst verlieben?

Was ist es, das uns für Bilder, für Skulpturen oder Bauwerke begeistert? Ich fühle mich vor einem Kunstwerk stets wie eine Art Echoraum oder Resonanzkörper, oder so ein Lackmus-Streifen, der reagiert: ja/nein/ein bisschen/gar nicht… Das hat mit Gefühlen zu tun. Auch wenn viele Kunstwerke den Intellekt ansprechen: ernst manchmal, verspielt, überheblich oder auch wie desinteressiert […]

Sie sind zurück!!!

Völlig vertieft in die Lektüre über den vergeblichen Versuche einer Fliege, im Februar 1801 im Schweizerischen Hauptwil eine Fensterscheibe hochzuklettern durchströmte mich plötzlich die pure Euphorie. Das hat echt eine Weile gedauert. Aber dann habe ich sie nicht nur gehört, sondern auch erkannt: Die Schwalben sind wieder da. Der Sommer kann beginnen!

Die Schönheit von Wasser

Manchmal denke ich, unsere Wasseranschlüsse in den Wohnungen sind einfach zu hässlich. Wasser ist so schön. Aber das schnöde Herausdonnern aus dem Wasserhahn. Gar nicht schön. Und angesichts drohender Wasserknappheit auch eine völlig falsche Idee.

Heiliges Nichtstun

Und wie schwierig das manchmal auszuhalten ist. Wer zu früh mit einer kniffeligen Aufgabe anfängt, kann in Schwierigkeiten geraten. Nein. Früh anfangen ist natürlich ganz gut. Aber erst mal gilt es, sich um die Aufgabe herum treiben zu lassen. Beobachten, was so eine Aufgabe alles erfordert. Wo sie sitzt. Was ihre Umstände sind, ihre Umgebung. […]

Ich war lange nicht mehr in Berlin

Das ist natürlich Quatsch. Ich lebe ja hier. Aber am Samstag bin ich nach Mitte gefahren und stellte fest: Hier war ich ewig nicht. Ach ja: Corona. Und dann muss ich lachen, weil irgendwie hat das ja auch was: In der Heimatstadt plötzlich Touristin sein. Vielleicht kamen auch die Menschenmengen dazu. Die Sonne schien, Mann […]

Schreiben und lieben

Nein. Da gibt es jetzt keinen Bezug. Jedenfalls nicht in dem, was ich heute tippe. Lebensthemen liegen in meinem Leben oft unverbunden neben-, hinter- und untereinander. Beim Schreiben geht es ums Vergessen. Großes Fass für mich. 1. ich fürchte manchmal, schon erste Zeichen einer Demenz an mir zu entdecken (meine Mutter hatte Alzheimer). 2. Andy […]