Ich war lange nicht mehr in Berlin

Das ist natürlich Quatsch. Ich lebe ja hier. Aber am Samstag bin ich nach Mitte gefahren und stellte fest: Hier war ich ewig nicht. Ach ja: Corona. Und dann muss ich lachen, weil irgendwie hat das ja auch was: In der Heimatstadt plötzlich Touristin sein. Vielleicht kamen auch die Menschenmengen dazu. Die Sonne schien, Mann und Maus waren unterwegs und ja. Nicht, dass ich Menschenmengen oft brauche. Aber das war wuselig und lebendig und ich wurde besser und besser gelaunt. Hat sich die Stadt in den letzten zwei Jahren verändert? Schwer zu sagen. Ich habe mich wahrscheinlich dreimal mehr verändert, vor allem fühlte ich mich plötzlich alt: Straßen, in denen ich vor 20 Jahren öfters unterwegs war, standen da wie Kulissen aus einer anderen Zeit. So ist das also mit der Nostalgie, dachte ich. Man lebt nicht mehr einfach in der Stadt, wie man in seine Lieblingsjeans schlüpft. Irgendetwas zwickt.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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