Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Eiszeit des Herzens

Die Idee ist grandios und die Autor/innen sind mutig. Sich an die großen Shakespeare-Stoffe zu wagen, um sie in zeitgenössische Storys zu verpacken, ist sicher schon dem einen oder der anderen durch den Kopf gegangen. Es auch wirklich zu tun haben sich gleich mehrere Schriftsteller/innen dem Knaus-Verlag gegenüber verpflichtet, der in diesem und im nächstem […]

Erdmännchen

Nein, in meiner Kindheit wussten wir nichts von diesen kleinen pelzigen Tieren aus Afrika. Ich kannte nur Kalle Wirsch, den König der Erdmännchen, der durch böse Intrigen in einen Gartenzwerg eingetöpfert worden war und von zwei Menschenkindern wieder befreit wurde. Hiiii-Käckäckäck klingt es, wenn der kleine Monarch zornig wird, und das geht schnell, keiner heißt […]

Berlin, du bist so wunderbar!

Es gibt Tage, Wochen, noch längere Zeiten, in denen ich nicht mehr weiß, warum ich eigentlich nach Berlin gekommen – und nicht mehr weiter gezogen bin. Es gibt bislang aber auch immer wieder Momente, in denen mir das schlagartig klar wird. Der Ku’Damm mit seinen Flaneurinnen und Flaneuren hat mich neulich wieder daran erinnert.

Naive Kunst

Einmal mehr denke ich über Henri Rousseau nach und überlege, wo im Menschen die künstlerischen Fähigkeiten sitzen: In den geschickten Händen? Im klugen Kopf? In einem Sinn für Proportionen und Farben? In Absichten? In traumwandlerischen Gewissheiten? Im Können? Im Fühlen? In einem großen Herzen? Rousseau der gut 25 Jahre gegen Konventionen und Mainstream anmalte, muss […]

Fotografieren heißt Fremdsehen

Alle Nase lang frage ich mich wieder, warum ich fotografiere und was eigentlich. Natürlich fallen die Antworten unterschiedlich aus. Aber einer Sache komme ich auf die Spur. Mir geht es um das Andere im Alltäglichen. Um Unvertrautes, das sich in das Gewohnte mischt und kurze Irritationen hervorruft, die ich – ohne Kamera – manchmal gar […]

Philosophieren heißt Begehren

Nicht Mathe, nicht Physik, auch nicht Sport waren meine größten Pleiten in der Schule. Nein, es war die Philosophie. Mathe verstand ich nicht, hatte aber eine fantastische Nachhilfelehrerin, die mich durchboxte. Physik verstand ich grundsätzlich, aber nicht im Detail. Und Sport war mir egal. Aber bei der Philosophie war das anders. Neu auf dem Gymnasium […]

Über den Umgang mit Menschen (II)

Nein, der Umgang mit anderen ist nicht leicht, weil es dabei vor allem um den Umgang mit sich selbst geht. Wie benehme ich mich tadellos gegen andere, ohne mich zu sehr zu verbiegen oder – wie Knigge schreibt – „Sklave der Meinungen andrer“ zu werden. Selbständig sein, den eigenen Gedanken vertrauen ist auch für den […]

Über den Umgang mit Menschen

Ja, doch: Die Reclam-Reihe „Was bedeutet das alles?“hat es mir angetan. Heute ist das dritte Bändchen in meinen Rucksack gewandert: Der gute alte Knigge. Natürlich geht es nicht bloss um Benimm-Regeln. Sondern, und das steht dem ersten Kapitel auch gleich voran: „Jeder Mensch gilt in dieser Welt nur so viel, als er sich selbst gelten […]

Der perfekte Alltag

Ja, doch, auf eine Weise gibt es ihn. Vielleicht in Varianten, je nachdem wie alt man ist, je nachdem welchen Beruf man hat oder nicht, je nachdem wo man lebt. Es braucht manchmal Jahre, bis man ihn findet – sicher machen sich nicht alle auf die Suche und sicher zu Recht. Mir ist heute aufgefallen […]