Über den Umgang mit Menschen

Ja, doch: Die Reclam-Reihe „Was bedeutet das alles?“hat es mir angetan. Heute ist das dritte Bändchen in meinen Rucksack gewandert: Der gute alte Knigge. Natürlich geht es nicht bloss um Benimm-Regeln. Sondern, und das steht dem ersten Kapitel auch gleich voran:

„Jeder Mensch gilt in dieser Welt nur so viel, als er sich selbst gelten macht.“

Und schon geht das los, was Adolph Freiherr von Knigge sich vorgenommen hat, uns einen Stoff „zum weiteren Nachdenken“ zu geben. Zu oft habe er in seinem Leben schon beobachtet, dass kluge Köpfe oder zum Beispiel Musiker oder Maler sich nicht ins rechte Licht zu setzen wussten, und deshalb trotz ihres Genies oder ihrer Vorzüge unbeachtet blieben. Ich muss schmunzeln. Klingt ja ganz so, wie neumodische Coaching-Angebote oder die Werbung für Selbstverbesserungs-Kurse. Aber ganz offensichtlich war es schon immer eine Gratwanderung, das persönliche Ich in die Öffentlichkeit zu bringen. Dafür muss man etwas tun, und zwar mit Methode. Dabei weist Knigge schon ganz zu Anfang darauf hin, er wolle nicht zur Prahlerei anstiften, sondern dazu, sich stets von seiner besten Seite zu zeigen. Kurz, er will uns Deutschen das beibiegen, was in Frankreich „Esprit de conduite“ genannt wird:

„die Kunst, sich bemerken, geltend, geachtet zu machen, ohne beneidet zu werden; sich nach den Temperamenten, Einsichten und Neigungen der Menschen zu richten, ohne falsch zu sein; sich ungezwungen in den Ton jeder Gesellschaft stimmen zu können, ohne weder Eigentümlichkeit des Charakters zu verlieren, noch sich zu niedriger Schmeichelei herabzulassen.“

Was soll ich sagen? Ich bin so richtig gespannt, wie es in den nächsten Kapiteln weiter geht.

 

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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