Der perfekte Alltag

Ja, doch, auf eine Weise gibt es ihn. Vielleicht in Varianten, je nachdem wie alt man ist, je nachdem welchen Beruf man hat oder nicht, je nachdem wo man lebt. Es braucht manchmal Jahre, bis man ihn findet – sicher machen sich nicht alle auf die Suche und sicher zu Recht. Mir ist heute aufgefallen (und ich war nicht übel verblüfft), dass ich für mich den perfekten Alltag gefunden habe – zumindest für jetzt. Ich kenne mich gut, weiß, wie lange ich mich konzentrieren kann, wann ich Hunger habe oder keine Lust mehr. Ich kann die Pausen richtig dosieren und sogar Puffer einbauen, damit ich nicht ins Schleudern komme, wenn was dazwischen kommt. Ich weiß, wann ich schlafen gehen muss, wann ich Unterhaltung brauche und wie ich die Hausarbeit ohne zu großen Aufwand erledige. Alles prima, alles geschmeidig. Ich weiß, dass ich froh sein kann, dass meine All-Tage gerade so gut laufen. Das ist mir nicht vom Himmel gefallen. Und gerade deshalb stimmt damit etwas nicht. Es funktioniert. Und das ist nun wirklich nicht das Schlechteste. Aber es ist ziemlich eng. Von hier geht es nach da und dann und gute Nacht. Doch, wahrscheinlich muss der Alltag so sein. Aber woher weiß ich, wann ich den Absprung wagen kann? Für eine Extra-Runde? Für eine Entdeckung? Für den Sprung vom Tellerrand? Vielleicht braucht es einen guten Riecher für offene Türen, durch die man hier und da einmal entwischen – aber auch wieder zurückkehren kann.

Filed under: Allgemein

von

Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 8

    • Stephanie Jaeckel 16. August 2016

      Lieber Tomas, ich bin ja kein Pianist – insofern schäme ich mich gar nicht, wenn ich – zwar keine Schlager – aber dafür Popmusik höre… – Aber klar, gestern Abend habe ich TLC laut aufgedreht. Und hatte mit einem Schlag eine kleine nostalgische aber durchaus beste Laune.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s