Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Ich lese, also – !?

Vor allem beantworte ich gerne Fragen. Ob es wirklich etwas über jemanden aussagt, wie er liest und welches Buchmaterial er oder sie bevorzugt? Ich weiß es nicht. Wenn ich mir meine Antworten anschaue, bin ich wohl eine sehr durchschnittliche Leserin. Was vor allem nicht dazu beiträgt, andere Leute auf neue, vielleicht sogar abgefahrene Gedanken zu […]

Tag der Arbeit

Eben habe ich im Radio ein Gespräch mit dem Autor Volker Kitz gehört. Sein aktuelles Buch heißt „Feierabend – Niemand muss für seinen Job brennen“. Natürlich musste ich lachen. Und natürlich hat Volker Kitz Recht: Wieso halten wir alle so verbissen daran fest, dass uns Arbeit erfüllen soll. Ehrlich, als ich gestern mit Kaffee und […]

Joy in repetition

„The song’s a year long and had been playing for months when…“ – Wer Lust hat, mag den Satz für sich zu Ende schreiben. Prince mag nicht unbedingt an den Frühling gedacht haben – wohl eher an Frühlingsgefühle. Ich wiederum staune jedes Mal aufs Neue, wenn der Frühling sich endlich durchsetzt. Was auch immer Joy. […]

Reisevorbereitungen

Nein, ich habe keine Angst. Aber wer verreist, ist eine Weile weg. Oder zumindest nicht dort, wo er oder sie normalerweise den Tag verbringt. Ich stelle mir vor, wie es still wird in meiner Wohnung. Wie der Staub im Büro auf meinen Schreibtisch schwebt. Kürzlich erst habe ich die Fragen der Erinnerungsguerilla entdeckt. An einem […]

Verlorenheit II

Sich verloren fühlen gehört zu einem Grundgefühl des Menschen. Wir schämen uns meist dafür. Fast immer vor anderen, oft sogar vor uns selbst. Dabei scheint mir dieses Gefühl zur menschlichen Grundausstattung zugehörig. Und als könne es uns etwas wichtiges zeigen. Gerade heute las ich in Zeit-online einen Artikel von Max Rauner, in dem es um […]

Bodo Hell. Ein Kartograph der Welt, oder: Ich sehe was, was Du (noch) nicht siehst.

  Ritus und Rita ist bereits das zweite Buch von Bodo Hell, das sich mit christlichen Heiligen und Märtyrern, mit den um sie gesponnenen Legenden und den Orten ihrer Verehrung beschäftigt. Wie schon in seinem 2008 erschienenen Band Nothelfer bekommen wir jedoch keine herkömmlichen Personenbeschreibungen oder Schilderungen historischer, mit Wundern angereicherter Geschichten. Auch wenn es […]

Wie kommt die Sprache in unsere Köpfe?

Um es vorwegzunehmen: Wir wissen es bis heute nicht. Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte Noam Chomsky die Theorie von einer Universalgrammatik. Sein Grundgedanke: jedes menschliche Gehirn ist mit einer mentalen Schablone für Grammatik ausgerüstet. Hätte ich davon schon in der Schule gehört, hätte ich protestiert.  Ich kann mir bis heute nicht vorstellen, dass irgend etwas […]

Bewegen

Schon der Herzschlag ist Bewegung. Oder das Atmen. Vielleicht sind sie die Ursache für alle Bewegungsarten von Menschen, die es gibt. Langsam, schnell, sprunghaft, geschmeidig, ausdauernd, grazil, massiv, steif, zaghaft… Vielleicht ist die eigene Bewegung auch die Matrix für das Bewegtwerden. Bewegen. Bewegt werden. Bewegen hat im Deutschen dieselbe Wurzel wie Wiegen. Die Lage verändern. […]