Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Bodo Hell. Ein Kartograph der Welt, oder: Ich sehe was, was Du (noch) nicht siehst.

  Ritus und Rita ist bereits das zweite Buch von Bodo Hell, das sich mit christlichen Heiligen und Märtyrern, mit den um sie gesponnenen Legenden und den Orten ihrer Verehrung beschäftigt. Wie schon in seinem 2008 erschienenen Band Nothelfer bekommen wir jedoch keine herkömmlichen Personenbeschreibungen oder Schilderungen historischer, mit Wundern angereicherter Geschichten. Auch wenn es […]

Wie kommt die Sprache in unsere Köpfe?

Um es vorwegzunehmen: Wir wissen es bis heute nicht. Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte Noam Chomsky die Theorie von einer Universalgrammatik. Sein Grundgedanke: jedes menschliche Gehirn ist mit einer mentalen Schablone für Grammatik ausgerüstet. Hätte ich davon schon in der Schule gehört, hätte ich protestiert.  Ich kann mir bis heute nicht vorstellen, dass irgend etwas […]

Bewegen

Schon der Herzschlag ist Bewegung. Oder das Atmen. Vielleicht sind sie die Ursache für alle Bewegungsarten von Menschen, die es gibt. Langsam, schnell, sprunghaft, geschmeidig, ausdauernd, grazil, massiv, steif, zaghaft… Vielleicht ist die eigene Bewegung auch die Matrix für das Bewegtwerden. Bewegen. Bewegt werden. Bewegen hat im Deutschen dieselbe Wurzel wie Wiegen. Die Lage verändern. […]

Fragen

oder: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Heute gab es zwei Demonstrationen. Eine in Köln gegen die AfD, eine in Berlin, für unabhängige Forschung und Wissenschaft weltweit. Demonstrationen sind wichtig. Sie zeigen, wo es brennt. Fragen dagegen sind ein alltägliches Mittel, Köpfe in Bewegung zu bringen (weiß Gott! auch die eigenen). Gestern ist mir auf dem […]

Heute, 22.04.2017, 13:00 Humboldt Uni Berlin

Start des Berliner March of Science. In Deutschland sind Wissenschaft und Forschung weitgehend überparteilich und überinstitutionell. Das muss so bleiben, damit wir auch in Zukunft Entscheidungen wissensbasiert treffen können. Zivilisationen beruhen auf Wissen, nicht auf alternativen Fakten. LLAP

Was ist das denn?

Ein Jackson Pollock-Blümchen? So gesehen in einem der Blumenkübel vor dem Kreuzberger Wasserfall. Wer also will: Schnell nachgucken. Die sind aber sehr klein.

Wäre die Ampel

nicht auf Rot gesprungen und die Straße so befahren – ich hätte die kleine ABC-Meise nicht gesehen. Und jetzt? Danke Ampel (kicher)…

Ein Windhauch nur

Eigentlich ist es kaum mehr als ein Kapitel, das Buch Kohelet aus dem Alten Testament. Zwölf Seiten füllt es in meiner Ausgabe, von Seite 720 bis 732. Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, Windhauch, Windhauch, das ist alles Windhauch. Welchen Vorteil hat der Mensch von all seinem Besitz, für den er sich anstrengt unter der Sonne? Wer dieser […]

Angst vorm Ideenklau?

Schon in der Schule gab es die, die sich fürchteten. Und Mäuerchen bauten, damit ihnen keiner beim Test etwas abschreiben konnte. Und in der Uni waren zu meiner Zeit bei den Geisteswissenschaftler viele Einzelkämpfer/innen unterwegs. Auch heute noch erlebe ich unter Freiberufler/innen solche, die nicht gerne über ihre aktuellen Projekte sprechen. Bestimmt manchmal auch, weil […]