Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

In den Wind beten

Auf dem Weg zum Büro fahre oder gehe ich unter einer Gebetsfahne hindurch, die zwischen zwei auf gegenüberliegenden Straßenseiten stehenden Häusern hängt. Ich kenne die ausgefranste Fahnenleine schon lange, aber erst vor ein paar Tagen habe ich zum ersten Mal länger hinauf geschaut. Schön eigentlich, unter flatternden Gebeten unterwegs zu sein. Und je nachdem, von […]

Zeichen deuten

Manchmal kann es richtig schön sein, an Botschaften aus dem All zu glauben. Wie wäre es damit? Ein Liebesbrief heute, als ich mit Mühe meine Weihnachtspäckchen auf den Weg gebracht habe? Vielleicht sogar von einem grünblütigen Alien? Oder ein Dankeschön vom vorweihnachtlichen Engelchor? Oder eine fantastische Idee, die ich jetzt bloß noch übersetzen muss??? Doch, […]

Rätselhaft

Diese merkwürdige Gleichzeitigkeit in lebenden Menschenkörpern – !? Ein Gedanke der mir beim erneuten Betrachten meiner Fotos aus der Ausstellung „Dahlemma“ in ehemaligen Ethnologischen Museum in der Berliner Lansstraße kam. Die dort aufgebaute Rauminstallation kann noch bis zum 14. Januar, jedoch nur an Wochenenden und Festtagen, besucht werden.

Hausputz –

oder doch Kunst? Wenn es so früh dunkel wird, verwischen manchmal die Grenzen… Allen einen guten Start in die vorletzte Woche des Jahres!

Spuren

Was bleibt von einem Museum, wenn es ausgeräumt ist? Nehmen die Kunstwerke ihre Aura mit? Oder bleibt etwas hängen? Und was ist mit dem Haus selbst? Macht es sich breit? Hat es endlich einmal den Platz im Rampenlicht? Selten, um zumindest letzte Frage zu beantworten, denn das Licht ist schon jetzt die meiste Zeit aus. […]

Sehnsuchtsbilder

Die meiste Zeit meines Lebens waren die Wände in meinen Wohnungen oder Zimmern leer. Doch in den letzten Jahren hat sich das geändert. Kaum, dass „echte“ Kunst in Rahmen und dann an die Wand kommt. Doch selbst Kunstwerke, die dort hängen – und das hat mir eben einen gehörigen Schrecken eingejagt – lassen sich mühelos […]

Sterntaler

Ja, die Wolkendecke ist dicht über Berlin. Nix mit Geminiden, kein Sternschnuppenschwarm weit und breit. Aber wer sagt denn, dass nicht hier und da ein paar Sterne durch die Wolken purzeln, und dann in den Ästen hängen bleiben. So gesehen heute im Berliner Gleisdreieckpark. Und? Gute Laune, ich schwör’s.        

Aus dem Gleichgewicht

In letzter Zeit – gerade auch nach (oder eigentlich noch während) der #metoo-Debatte – wird mir klar, wie oft ich mich Männern untergeordnet habe oder es als selbstverständlich empfand, Befehle zu empfangen, beziehungsweise Erwartungen zu erfüllen. Ich spreche hier nicht unbedingt von Sexualität. Ganz allgemein habe ich Männer als „Entscheider“ akzeptiert und meine eigenen Entscheidungen […]

Wie süß!

Da liegen die zwei wie unschuldige Schnuckis im Körbchen, haben aber gerade mal ein Sofa zerlegt. Benja und Jola heißen die beiden, die eine vorwitzig, die andere eher anschmiegsam, aber zusammen eine echte Herausforderung. Nee, leider sind es nicht meine. Dafür aber die meiner besten Freundin. Und, ja: Eine beste Waffe gegen schlechte Laune. Gut […]

Reinhard Kleist: Nick Cave – Mercy on me

Ich besitze keine Comics. Schon als Kind las ich entweder die Texte in den Sprechblasen und war ratzfatz fertig. Oder ich sah mir die Bilder an, ohne genau zu verstehen, was vor sich ging. Das blieb so. Keine Ahnung. Ich bekomme Schrift in Textblasen nicht mit den umgebenden Zeichnungen in Kästchen koordiniert. Dennoch wollte ich […]