Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Von Hunden lernen, heißt

(auch) schmusen lernen. Natürlich lässt sich längst nicht jeder Hund streicheln. Aber wenn, führen die Tiere uns vor, wie selbstverständlich es sein kann, Zuneigung zu zeigen. Und Nähe zu wünschen. Doch ja, wir könnten uns diesbezüglich von ihnen etwas abgucken. Man muss sich ja nicht gleich vor Begeisterung auf den Teppich schmeißen. Aber öfter mal […]

Klassentreffen

Vorweg: Ich bin nicht besonders gern zur Schule gegangen. Ich war in der Klasse zwar nicht ruhig, aber doch eher am Rand: wer unsportlich ist, wenn jede Pause Völkerball gespielt wird, hatte es bei uns schwer. Da meine Eltern nie umgezogen sind, war ich immer in meiner Klasse, die dann in der Oberstufe kleiner durch […]

Abschied nehmen

Mittlerweile verbringe ich viel Zeit auf Friedhöfen, wenn ich meinen Vater im Rheinland besuche. Es scheint so, als sei mit 50 eine Schwelle überschritten. Ab jetzt beginnt der Abschied. Von denen, die mich erzogen und geprägt haben. Aber auf eine Art auch schon vom eigenen Leben. Melancholie, wenn es gut geht. Trauer und auch Angst […]

Nein, das kann nicht weg.

Meine kurze Reise nach Luxemburg und ins Rheinland ist zu Ende. Und es zeigt sich einmal mehr: Es reichen schon ein paar Tage Urlaub, um auf neue Gedanken zu kommen. Besonders anregend fand ich diese Installation der US-amerikanischen Bildhauerin Sarah Sze. Ich war hingerissen und saß eine Weile auf einer nahen Bank. Das Besondere: meine […]

Törtchenparadies

Ich komme gerade aus Luxemburg. Was soll ich sagen: Bestes Wetter, schönste Landschaft, netteste Leute, tolle Museen, super Burgen und hmmmmm – Törtchen noch und nöcher. Hatte ich gute Laune! Ich war als Kind schon einmal dort und konnte mich an die Napoleon-Schnitten erinnern (auch Millefeuilles genannt). Aber es gibt natürlich viel mehr. Luxemburgisches Schweiz […]

Lieblings-

Doch, klar, gibt es: Lieblingshunde, Lieblingsmenschen, Lieblingsorte. Ist gar nix gegen. Mütter berichten neuerdings unter viel Unmutsbekundungen über Lieblingskinder. Kann ich mir vorstellen – auch wenn ich keine eigenen Kinder habe. Dennoch. Ich denke, manchmal hilft es, seine Lieblinge über Bord zu werfen. Keine Angst: ich meine das nicht wörtlich. Und beim Lieblingsmenschen würde ich […]

Neuanfang

Früher war ich von Neuanfängen besessen. Zeugen dieser – übrigens stets vergeblichen – Versuche sind angefangene Hefte, auch Tagebücher, mit denen und in denen ich mich als neue Person definieren und ausmalen wollte. Haha. Meist hat meine schreckliche Handschrift die steilen Entwürfe schnell zum Einsturz gebracht: sah doch alles nur mies aus. Wollte ich weder […]