denn wo ich über Zeit nachdenke, ist das Thema Warten auch nicht fern. Auf meinem Rückweg aus dem Büro dachte ich gestern, dass Warten möglicherweise ein Missverständnis ist. Das daraus entsteht, dass wir uns plötzlich auf einen einzigen Moment in dem gesamten sich im Fluss befindlichen Alltag konzentrieren. Klar. Wer wartet, hat das Gefühl, ins Stocken zu geraten, vergisst aber oft, dass gleichzeitig andere Dinge weiterlaufen, denen man sich während des Wartens zuwenden kann. Wer im Stau steht, und fürchten muss, den Flug zu verpassen – geschenkt… Obwohl entspannte Menschen, die sich nicht so aufs Warten konzentrieren, oder aufs augenblickliche Steckenbleiben, möglicherweise auch diese stressige Zeit noch für sich oder die Organisation des nächstmöglichen Fluges behalten und nicht an Angst oder Panik verschenken.
Worauf ich hinaus will: Wenn ich auf ein Ergebnis warte, auf einen Auftrag, auf einen Auftritt (doch, ja, Lampenfieber ist ja auch eine Art des Wartens), auf die Rückkehr eines Freundes, nehme ich dieses Ereignis heraus, stelle es höher als die anderen und konzentriere mich auf diesen zukünftigen Moment. Wenn ich gar anfange, die Tage bis dahin zu zählen – doch ja, ich merke, dass ich das mittlerweile als Verschwendung meiner Tage empfinde. Auch wenn ich mich aus den Klauen des Wartens nicht wirklich befreien kann.









