Schenken – oder lieber doch nicht?

Weihnachten rückt näher – gefühlt zumindest: draußen wird es kalt und in den Supermärkten lernen die Kinder in der Kassenschlange, wie viele Tage es noch dauert, bis der angeschmachtete Teddy oder die Knuddelmaus aus der Schoko-Weihnachts-Packung ins Haus kommt. Und ja – wirklich? Will ich einmal mehr Geschenke kaufen, wo mir die Angebote überall schon fast durch die Schaufenster ins Gesicht springen? Doch, ja, einmal mehr fällt meine Antwort positiv aus. Weil ich es so schön finde, unter dem Baum frohe und vor allem überraschte Gesichter zu sehen. Schon das Einpacken ist ein Fest – und auch hier doch und ja – die Zeit nehme ich mir. Wie geht es Euch zur Weihnacht 2016: Schenken – oder lieber nicht?

Angst? Weglachen!

Scheinen sich zumindest einige Amerikaner/innen zu denken. Ich jedenfalls hab‘ mich gekringelt. Hier das fiktive Gespräch zwischen Obama und Biden vor dem Besuch von Trump im Weißen Haus:

Obama: Didn’t think he’d be late

Biden: I gave him the wrong address

Obama: Joe he’s the president-elect

Biden: idgaf what they call him

Erbsen picken

Wie viele Ähs und Öhs und Atmer und Seufzer und andere Laute wir beim Sprechen so unterbringen. Life gehört, klingt das alles ganz normal und beschwingt. Aber wehe, ein Interview wird für die Konserve fertig gemacht. Da gilt es in den Wortritzen picken, zwischen Silben, auf Konsonanten und hinter Vokalen. Viele Schlusswörter tragen lange Seufzerschleppen. Äh rammt dagegen immer wie ein Eisberg zwischen das Gesagte. Schlucken, klicken, gurgeln. Was es da alles so gibt! Ich bin erschlagen. Und käme jetzt ein Prinz mit goldenen Pantöffelchen vorbei, könnte ich nur noch müde lächeln.

Geisterfahrt

Die Amerikaner/innen waren für mich schon als Kind etwas Besonderes. Mein Vater hatte nach dem Krieg nur Gutes mit ihnen erlebt, meine frühen Erinnerungen drehen sich um Raumschiff Enterprise, Mickey Mouse und natürlich um Coca Cola. In den letzten anderthalb Jahren haben nun diese Amerikaner/innen eine Wahlschlacht hingelegt, die hässlich war, wie keine je zuvor. Jetzt haben sie dort vermeintlich einen der ihren gewählt, keinen Präsidenten. Offensichtlich ist das Misstrauen gegen Politiker/innen größer als jede Vernunft. Nicht, dass ich das von oben herab meine. Wir haben mit der AfD einen ähnlichen Kandidaten auf der Liste, auch hier übernehmen Geister das Steuer. Politik ist keine Show, sie ist harte, oft umspektakuläre Arbeit, bei der Augenmaß und vor allem Demut angesagt ist. Nicht ICH bin Präsident, sondern ich stehe an der Spitze meines Landes. Trump wählen, so habe ich gestern noch gelesen, bedeutet, die Überraschung wählen. Man will offensichtlich unterhalten werden, in einem Metier, dass sich im Grunde sämtlichen Ansprüchen auf Fun und Spass entzieht. Die Demokratie, auch das ist mittlerweile eine bekannte Tatsache, ist auf dem Rückzug. Nein, ich habe keine Angst vor den nächsten vier Jahren. Aber ich denke, wir sollten uns langsam damit anfreunden, wieder für unsere Belange zu sprechen, und zwar laut. When they go low, we go high. Dieser Appell behält seine Gültigkeit.