Montagsblues in Tempelhof…
Große Sause in der Philharmonie
Ach Berlin. Wird Zeit, Dir mal wieder meine Liebe zu gestehen. Klar, grau ist’s, regnerisch, trüb. Aber was es nicht alles gibt: Feuerwerke jeden Abend! Sei es Musik oder Tanz, Party oder stille Lesungen. Ausstellungen, Feste, Fußballspiele, und natürlich Alba! Alles gewachsen, alles gepflegt, alles mit Liebe der Berliner. Jawoll. Schnoddrig und gerne im Jogginganzug bei den Phillis. Aber das isses doch nicht. Oder gerade. Das Deutsche Sinfonie-Orchester, 1946 als RIAS-Orchester in Berlin gegründet, feiert heute 70sten Geburtstag. Von den Amerikanern quasi geschenkt – oder zumindest möglich gemacht. Und heute mit dem amerikanischen Ehrendirigent Kent Nagano: Schönberg, Haydn, Schumann, Ravel. Ach Berlin. Und während ich das schreibe, höre ich Nick Cave. Der war schließlich auch mal Berliner, wa?
Lieblingsbücher
Birgit von „Sätze und Schätze“ hat mich heute dazu gebracht, in meinen Regalen nach Lieblingsbüchern von Autorinnen zu schauen. Wann die jeweiligen Bücher mich gepackt haben, weiß ich gar nicht so genau zu sagen, Paula Fox jedenfalls kam spät dazu, ich weiß nicht einmal wie – es muss ein Zufall gewesen sein. Mein Favorit unter ihren Romanen ist „Der Gott der Alpträume“, aber auch ihre Erinnerungen an die Zeit, die sie als junge amerikanische Journalistin im Nachkriegseuropa unterwegs war, bewegen und bezaubern mich. „Damals war die Welt in so vieler Hinsicht (…) eine andere.“ So schreibt sie, und vielleicht ist es dieses Anderssein, was mich derart bewegt. Denn Paula Fox lebt noch, doch die Geschichten, die sie aus meiner Heimat erinnert (wenn ich Europa als meine Heimat in Anspruch nehmen darf), sind wie von einem fernen Stern. Wie kaputt die europäischen Nationen nach dem Krieg waren, weiß ich natürlich. Aber natürlich weiß ich gar nichts. Auch vom „kältesten“ Nachkriegswinter hatte ich schon gehört. Doch was ich lese, ist etwas, was dieses Wissen weit hinter sich lässt. Wie mutig diese junge Amerikanerin war, denke ich oft. Wie unvorstellbar das, was sie sah und hörte. Ihre erste Station ist London und schon hier fällt mir ihre Unerschrockenheit auf. Sie wohnt nacheinander bei drei Paaren und erlebt in dieser Zeit Armut und Reichtum, ganz ohne Angst um eigene Befindlichkeiten oder Einschränkungen. Sie fährt nach Paris, verliebt sich hoffnungs- und bedingungslos, sie spürt den französischen Esprit und die Lebensfreude aus den Trümmern aufsteigen, gleichzeitig die ganze Vergeudung der vergangenen Jahren und die Wunden, die der Krieg in Gesellschaft und Individuen geschlagen haben. Die Reise nach Warschau wird die kälteste, die sie je unternimmt. Sie begreift nur langsam die Ausmaße der Judenverfolgung, indem sie versteht, wie die Machtfantasien der Nazis auch Menschen in benachbarten Ländern infizierten. Sie kehrt aus Warschau nach Paris zurück, um kurze Zeit später in die USA zu fahren. Weinend. Denn in Europa bleiben konnte sie nicht, in die USA zurückzukehren würde jedoch keine Rückkehr in die Heimat bedeuteten, Europa war nicht mehr ungeschehen zu machen. Was sie erfahren hat auf ihrer Reise ist das ganz andere einer fremden Lebensweise. Mit ihren jungen, durchaus naiven Augen die europäische Nachkriegszeit zu sehen, ist für mich eine enorm wichtige und bereichernde Erfahrung geworden. Keine leichte Lektüre, aber eine, die ich immer wieder aufnehme.
Täglich frische Lampen?
Der Winter kann kommen…
Grauer November???
Tagträume…
Outdoor-Museum
Wie cool ist das denn?
Wo es so früh dunkel wird,
war die MAUZ ein echter Lichtblick. Wie schön, wenn Rechtschreibung Flügel kriegt!
Bunt kochen
macht den Herbst eigentlich erst so richtig zum Ereignis. Beeren, Beete, Möhren, Kürbis und Safran, Curry und natürlich Schokolade. Schwer darf es sein, scharf und süß, gerne heiß. Waldig und erdig, auch knusprig und zart, dazu ein Glas Wein. Habt Ihr schon Euer Lieblingsessen für die kalten Tage gefunden? Oder probiert Ihr noch aus, so wie ich gerade? Farben spielen bei mir dieses Jahr eine große Rolle. Und wenn ich so weiter schreibe, sind wir gleich bei der Mode angekommen… Aber egal eigentlich, ich sag‘ nur Farbe, Farbe, Farbe.
Kleines Glück
Die einen suchen, die anderen finden, so oder so haben Menschen die Augen auf und schauen genau hin, was vielleicht schon ein Glück vor dem Glück ist. Kinder, vor allem die kleinen, kennen sie gut, diese Glücksmomente, in denen sie etwas erspähen und darauf zeigen für Mama oder Papa: Da! Da! Jetzt ist es das Eichhörnchen, dann ein Blatt, das langsam vom Baum trudelt oder ein Bagger, ach ja, diese Lieblingsautos fast aller Kinder. Mein kleines Glück heute? Ein Käferlein auf blau ausbleichenden Beeren. Und ein Urlaub aus der Tube: Lancaster, self tan beauty 01 light: Weekend in Capri…







