Kategorie: Allgemein

Passivität

hat einen schlechten Ruf. Schon im Deutschunterricht wird einem nahegelegt, so genannte Passiv-Konstruktionen zu vermeiden. Zu schwammig das Ganze. Und überhaupt, wo bleibt den da die „action“? Das Wort lädt zum Unbehagen ein, es kommt aus dem Französischen und wird mit „erleiden“, „erdulden“ konnotiert. Aber natürlich gibt es Situationen, wo uns Passivität nahe gelegt wird. […]

Ein Plädoyer fürs Träumen

„Auch ein Kind, das in Armut aufwächst, empfindet etwas vom Glanz des Lebens. Das Elend beginnt, wenn die Gewöhnlichkeit über es hereinbricht. Gegen äußere Armut ist das Kindergemüt immun, doch der Lähmung durch die Niedrigkeit der Gesinnungen hat es nichts entgegenzusetzen, es sei denn, ihm gelingt die Flucht in die Träumerei.“ So schreibt Peter Sloterdijk […]

Gibt es überhaupt Biografien?

Je länger der Mensch auf der Erde weilt, desto unsicherer werden die Beweise für die jeweilige Existenz. So wissen wir mittlerweile, dass selbst eigene Erinnerungen „Fälschungen“ sein können, und wer, wenn nicht wir, soll wissen, wie unsere Tage verlaufen und welche Wege tatsächlich eingeschlagen worden sind? Pierre Bourdieu schrieb 1990 klipp und klar: Es gibt […]

Ab ins Wolkenkuckucksheim!

Den Ausflug gönne ich mir, wo die Lufthansa womöglich meinen kleinen Wochenendurlaub zerstreikt und mal wieder Pegida-Montag ist. Heute ohne mich. Nur noch das. Im Englischen heißt es fast noch charmanter: Cloud-Coockooland!

Du bist mir sowas von un/sympathisch!

Alles weist darauf hin, dass es mit der Sympathie ganz ähnlich ist wie mit der Liebe auf den ersten Blick. Schicksal, möchte man denken. Zumindest geht es ratzfatz und danach ist es schwer, von der scheinbar durch Stromschlag zustande gekommenen Verbindung/Störung wieder auf „normale“ Bahnen zu kommen. Dass es sich bei der Sympathie um keine […]

Frauen, Freunde + Bücher

Das, so schreibt Montaigne, seien im Leben eines Mannes die Garanten fürs Glück. Für Frauen galt das in seiner Zeit nicht so, auch wenn man Frauen in der Aufzählung mit Männern ersetzen würde. Denn Frauen konnten anno dazumal noch nicht lesen (oder eben nur wenige – und wenn, dann höchstens Französisch oder eine jeweils andere […]

Eleganz

Die Sache hat mich nicht losgelassen. Eleganz gegen die eigene Hektik? Wenn in mir das erste Bild von Männern und Frauen, die ich für unsagbar elegant halte, auftaucht, stimmt zumindest eins: Sie sind niemals hektisch. Sie zögern auch nicht. Die Eleganz in ihrer Bewegung und ihrem Tun ist (so scheint mir das zumindest) geschmeidig. Sie […]

Abstand gewinnen.

Und damit meine ich: Abstand von sich selbst. Denn das ist eine Beobachtung, die ich gemacht habe: je mehr ich mich durch meine Tage hetze, desto weniger halte ich Abstand von mir. Ich bin derart involviert in mein Tun und noch schneller weil wichtig, wichtig, dass ich irgendwie an mir selbst ersticke. Wenn alles, was […]

Erst das Ganze setzt sich aus.

Sich ein Hintertürchen offen halten, um nicht kritisiert zu werden. – Wie das geht? Am Besten nie fertig werden. Deshalb ist „Kunst“ so schwierig. Halbfertig gilt nicht. Außer bei den Riesen der Zunft wie Cézanne, dessen erste Pinselstriche schon zu erkennen gaben, wohin der Hase lief (Cézannes Kunsthase nämlich), will sagen, dass er das ganze […]