Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Sich zu helfen wissen

Meine Mutter war darin eine Meisterin: Irgendetwas fehlte, es musste schnell gehen, niemand war bei der Hand, Tipps zu geben oder sonst eine Hilfe. Zack, wurde improvisiert und was daraus entstand hielt – zumindest einen Nachmittag oder einen Abend lang. Genial, auf der einen Seite. Und eine wesentliche Strategie, wenn man im Krieg geboren war, […]

Glück, Liebe, Gesundheit

sind vermutlich die Top Drei unter den Geburtstags- oder Neujahrswünschen. Nichts dagegen. Das Trio Liebe, Treue, Hoffnung eine altmodische Variante, die sich im Glauben, aber auch ganz weltlich verstehen ließ. Auch da: Wer würde meckern. Oder guten Feen diese Gaben ausschlagen. Dennoch frage ich mich immer wieder: Ist es wirklich das, wofür es sich zu […]

Glück gehabt zu haben

Oder: Schweine für alle! Ein ganzes Jahr lang. Heute beginnt das chinesische Jahr des Schweines, und wie mir gesagt wurde, ist das für jeden, ob Drache, Huhn oder Hase, ein Grund zu feiern. Damit, ganz ohne Glitzer und Böller, wünsche ich noch einmal ein frohes, gesundes und erquickliches Neues Jahr: Mögen Wünsche wahr und Unannehmlichkeiten […]

verborgen

wir verankern unsere blicke, um mit den händen ins dunkel der jacken zu tauchen. herzklopfen unter stiller wolle, finger, die sich erlauben was sich zu ihnen dreht, zart. ohne sich zu verbrennen. einen moment dehnen, atem halten beim reden und so tun, als wären die geheimnisse beider körper nicht unsere angelegenheit.

Ein Lexikon

Als Kind mochte ich Lexika (Achtung für die nach mir Geborenen: Als ich Kind war, gab es Lexika im Buchformat: Schwere Schinken, mindestens zwei in der Kurzversion, ansonsten von der Bandzahl nach oben offen…). Mich faszinierten darin zwei Dinge: Dass Welt sich nach Buchstaben ordnen ließ und dass es (zumindest scheinbar) möglich war, das gesamte […]

Alltag ist ein Kind des Februars

Zumindest der Winteralltag. Ich habe Weihnachten, Neujahr und Geburtstag gefeiert. Es sind schon wieder 31 Tage später im eben noch neuen Jahr, es ist immer noch (oder endlich) kalt, und meist arg grau. Guten Morgen, lieber Alltag. Der (Schweine)Hund muss nach wie vor jeden Tag Gassi gehen, meine Seele baumelt über dem Abgrund, der Spül […]

Brüder im Geiste

Jedem Montag sein Freitag. So jedenfalls erlebe ich das Woche für Woche. Denn wo am Montag Alarm ist, weil die Woche beginnt, ist am Freitag – zumindest morgens Alarm, eben gerade, weil die Arbeitswoche endet, und dies und das und jenes noch erledigt sein will. Also immer der Sprung ins kalte Wasser. Und: brrrrrrr…. Zumindest […]

Der letzte Januar-Abendhimmel für dieses Jahr

Egal, wie grau und trostlos die Tage sind, manche Winterabende sind großes Theater – zumindest wenn das Bühnenpersonal früh genug die Vorhänge aufzieht. Also: Ein Blick nach oben lohnt sich – wobei Abend naturgemäß um diese Zeit da ist, wo es im Sommer noch Nachmittag heißt…

Rückschritt

Ich dachte, die Nummer hätte ich hinter mir. Mindestens zwei Jahre lang war ich immer wieder hin und her gerissen zwischen meinem Wunsch, dringend und sofort mindestens drei, am besten sechs Kilo abzunehmen, und der Einsicht, dass Zunehmen in der Mitte des Lebens zu den großen Wahrscheinlichkeiten eines Frauenlebens gehören und damit akzeptiert. Weihnachten und […]