Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Business as usual

Nein. Es geht mir hier nicht um Verharmlosung. Ich gehöre zu den Freiberufler/innen, die gerade eine unglaubliche Bruchlandung zu überstehen haben. Ich weiß nicht, wie ich die nächsten Monate organisieren soll. Ich prüfe meine Möglichkeiten, spreche mit Kolleg/innen, fahre alles zurück, was nicht unbedingt nötig ist (gerade nicht wirklich schwierig), überlege. Mein Alltag ist darüber […]

Blick in die Vergangenheit

Als Historikerin schaue ich wahrscheinlich häufiger in die Vergangenheit als viele meiner Freund/innen und Bekannten. Ich kenne so einige Welt-Vorstellungen früherer Zeiten, ohne jedoch wirklich mit ihnen vertraut zu sein. Geschichte schien mir eine Zeit lang (vor allem während des Studiums) eher langweilig (Zahlen, Zahlen, Zahlen). Mittlerweile habe ich allerdings den Schatz dieses Wissens (oder […]

Stille Stadt

Wow! Das schafft sonst nur der frühe Morgen des 1. Januar – bei deutlich schlechterem Wetter. Die Stadt steht still – und ist es vor allem. Kein Baulärm, keine Autos, Flugzeuge fliegen auch seltener. Die Vögel zwitschern. Nein. Ich will hier nicht nur Idyllen malen. Viele Menschen machen sich Sorgen, einige hat es schon erwischt. […]

Intensiv leben

Könnte doch sein, dass jetzt, nach Wegfall fast aller Ablenkung etwas Unerwartetes passiert. Dass wir morgens im Spiegel mal jemand anderes sehen (nee, muss ja nicht gleich ein Monster sein). Könnte doch sein, dass mehr Schlaf so richtig gut tut, auch wenn die Sorgen wie Schatten an den Wänden hochziehen. Oder dass Lesen doch wieder […]

Mal ganz nah an der Hauswand vorbeigehen

Manche werden schon ganz kribbelig angesichts des langen Wochenendes und der noch längeren Wochen, die folgen werden: Homeoffice für viele, keine Abendveranstaltungen mehr, kein Sport, kein Verein, kein Feierabendbierchen. Hilfe! Langeweile droht. Immerhin scheint die Sonne. Heute jedenfalls war richtig was los auf den Straßen. Oder genauer: Auf den Bürgersteigen, wo die Wochenendler/innen zum Spazieren […]

Sich neu erfinden

Punkt, Punkt, Komma, Strich… – wenn es so einfach wäre. Und doch, ich habe manchmal den Verdacht, es ist so einfach. Kein Leben ohne Kurskorrekturen. Was rückblickend schon mal wie eine elegante Biegung daherkommt, kann jedoch im Moment der Wende als hartes – und vor allem ungewolltes – Stück Arbeit erscheinen. Wer fährt denn nicht […]

Sichtbar bleiben

Das mag defensiv klingen. Aber – wenn ich mir meinen letzten Eintrag anschaue – wir sind noch am Anfang. Der allerdings lässt sich nicht mehr zurückdrehen. Allen einen schönen Frauentag!

Nicht zu fassen

Eine sehr verstörende Studie, die gerade auf Spiegel-online zu lesen ist: Neun von zehn Menschen hegen Vorurteile gegen Frauen Eine weltweit durchgeführte Studie der Uno zeigt: Vorurteile gegen Frauen sind selbst unter Frauen verbreitet. Zudem denkt mehr als ein Viertel der Befragten, es sei gerechtfertigt, dass Männer ihre Ehefrauen schlagen. Und wir dachten, wir wären […]

Optimismus

Mein Vater wird dieses Jahr 91. Er hat sich gerade ein neues Auto gekauft (das alte ist ihm in den letzten 20 Jahren – gebraucht gekauft) unterm Hintern weggerostet. Ja. Es gibt eine Menge Einwände. Dennoch. Ich begreife, dass er für mich doch noch ein Vorbild sein kann: Sich nicht unterkriegen lassen. Boldly go.

Fluchtwege

Lesen bildet nicht nur. Es erlaubt, sich vom Acker zu machen, wenn man feststeckt. Neue Kontinente zu bereisen, Universen sowieso. Auch wenn dieses Jahr die Leipziger Buchmesse geschlossen bleibt. Hoch lebe das Lesen!