Oder wie die Insekten summen, wenn der plötzlich einsetzende Regenguss wieder aufhört. Ich lese gerade „Das große Orchester der Tiere“ von Bernie Krause. Krause hat ein riesiges Tonarchiv, mit Tier- und Naturlauten, nicht jedoch einzeln, sondern von verschiedenen Orten, Klanglandschaften ursprünglicher Habitate, von denen viele schon verschwunden sind. Doch ja, es gibt einen aktuellen Bezug, als Musiker (Gitarrist) hat er mal für Bob Dylan gespielt. Ansonsten will ich wissen, was auf unserem Planeten jenseits der Menschenwelt zu hören gibt. Wenn ich lese, wie genau Krause die fein gesponnenen Klänge beschreibt, die zum Beispiel morgens oder in der Abenddämmerung in den verschiedensten Wäldern, Savannen, an den Küsten und in den Meeren anheben, werde ich ganz traurig. Denn in einer Kreuzberger Hinterhauswohnung hört man gerade mal den Wecker, den Kühlschrank, die Autobahn in der Ferne, das Halogenlicht der Schreibtischlampe (klar höre ich Licht), ein fitzelbisschen Wind in den Bäumen, aber kein Tier (doch, manchmal einen Hund und sehr manchmal Vögel, die über das Haus Richtung Süden fliegen). Sehr gut möglich, denke ich, dass mir etwas fehlt, ohne dass ich es weiß. Biophonie nennt er die Wald- und Wiesengeräusche, und er beschreibt, wie Klangstrukturen unserer Musik ähneln und wie er darauf kommt, dass diese natürlichen Geräusche unsere Ohren erst auf Musik eingestimmt haben. Er beschreibt aber auch, wie wir leiden, wenn wir keine Geräusche, vor allem keine natürlichen Geräusche, mehr hören. Wie die Luft, scheinen ihm auch die Klänge nötig zum Leben. Dazu fällt mir wieder ein, dass (meine) Träume völlig geräuschlos sind. Wäre das (um noch einmal darauf zurück zu kommen) in der Steinzeit anders gewesen?

mannigfaltiges 17. Oktober 2016
Geräusche sind doch Schwingungen die das Hirn in auswertet. Warum sollte es in einem Traum keine eigenen Töne (ohne Schwingungen von außen) erzeugen können.
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Stephanie Jaeckel 17. Oktober 2016
Keine Ahnung. Es gibt ja Träume, die Geräusche einbinden. Aber irgendwie muss es im Kopf still sein, wenn man träumen will. Vielleicht hören andere Menschen Musik oder anderes, sobald sie schlafen. Ich leider nicht.
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mannigfaltiges 17. Oktober 2016
Hm. Muss ich ausprobieren, ich gehe jetzt mal ne Runde träumen. Mal hören.
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papiertänzerin 18. Oktober 2016
…. Stummfilmträume, also? Was die Hintergrundgeräusche betrifft, bin ich mir nicht sicher, aber auf jeden Fall wird in meinen Träumen gesprochen….
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Madame Filigran 18. Oktober 2016
Naturgeräusche sind tröstend, beruhigend und verbinden mit dem großen Ganzen.
Liebe Grüße
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