Stillstand

wenn einem die Puste ausgeht. Oder stehe ich mir nur mit jedem Bein im anderen Weg? Filmriss wäre auch ein Wort, wäre es nicht mit Gedächtnisverlust belegt. Aber wer im Kinosaal sitzt, wenn der Film reißt, ist ja nicht komatös, sondern von einem zum anderen Moment im Leeren.

Obwohl ich weiß, dass solche Momente des Stillstandes kommen, dass sie sogar wichtig für einen Blickwechsel sind, empfinde ich sie als unangenehm. Ich schaue auf den Terminkalender, und alles, was ich sehen kann, ist eine Verspätung.

Wenn nichts mehr geht, bleibe ich stehen. Anderenfalls droht ein Absturz so sicher wie das B auf das A. Und dann: Warum vertraue ich nicht darauf, dass auch dieser Moment zum Ganzen gehört. Warum denke ich, ich falle raus?

Im Stillstand ist es unangenehm leer. Nichts begeistert mich. Nichts spricht. Die Luft ist abgestanden, jeder Hunger leidet an Appetitlosigkeit. Die Reißleine ziehen, obwohl schon alles steht. Das ist das Schwierigste. Doch ich ahne, dass es ein Stillstand im Auge des Orkans ist. Wo andere vom Tempo in die Hochleistung gewirbelt werden, gerate ich regelmäßig in die Flaute. Und wieder sehne ich mich nach dem Anderssein. Und wieder umsonst. Mehr als sonst ist im Stillstand Vertrauen angesagt. Mehr ist gerade auch nicht möglich.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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