Schwermut

Vielleicht ist es das Herbstwetter. Aber seit ich zurück aus dem Rheinland bin, habe ich Nebel im Kopf und eine Last auf den Schultern. Eine kleine Erkältung könnte auch eine Rolle spielen. Ich spüre deutlich, wie einige mir so selbstverständliche Dinge und Menschen aus dem Leben verschwinden. Oder plötzlich fallen mir Orte und Freunde wieder ein, die ich ebenfalls nie wieder sehen werde. Selbst Humboldt vermisse ich. Obwohl ich den ja nun wirklich nicht gekannt habe. Was ist denn da los? Nein. Mutlos bin ich nicht. Es gibt viel nach vorne zu schauen. Und der Horizont ist nach wie vor weit. Es ist mehr so eine leise Melodie, schwer und nicht abzuschütteln, die mir in den Ohren klingt. Es geht alles vorbei. Was denn sonst? Aber im Moment geht mir auch alles sehr nah.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 4

    • Avatar von Stephanie Jaeckel

      Stephanie Jaeckel 1. Oktober 2016

      Ja, ich habe auch das Gefühl, da hilft kein Schütteln. Es ist eine extreme Verlangsamung von allem, vor allem der Gedanken. Fast wie eine Zeitlupe. Fürs Arbeiten eher schlecht, ansonsten nicht mal unangenehm. Es ist, als würde sich eine große Lichtung in mir ausbreiten. Auf der eben nichts geschieht.

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