Wie der Fischschwarm am Göteborger Poseidonbrunnen – das brauche ich, um neue Ideen zu haben. Wie gerne wäre ich heute ins Kino gegangen. Aber ich wollte auch endlich mal wieder an dem schon so lange im Kopf herumgehenden Hörstück weiter schneiden und mir Gedanken über ein Hörspiel machen, das mindestens ebenso lange auf der Ablage wartet. Doch gelingen solche Dinge nur, wenn ich mich wenigstens einmal einen Nachmittag plus Abend fallen lassen kann. In dem Maß, in dem ich mich immer tiefer sinken lasse, steigen – quasi in einer Gegenbewegung – Gedanken auf. Manchmal nur ein paar kleine Bläschen, manchmal sprudeln die Ideen wie auftauchende Wale. Leider kann ich diese Tauchgänge nicht ewig weiterführen – denn ganz so wie im Meer spätestens dann Schluss ist, wenn man wieder Wasser braucht, rührt sich irgendwann mein Magen und will dringend ein Menü auf den Tisch. Oder zumindest ein Butterbrot. Ende des Ausflugs. Aber wahrscheinlich ist das sogar ganz gut. Denn wenn ich ewig unterwegs bin, kommt auch nicht unbedingt mehr mit ans Tageslicht. Im Gegenteil. Wenn ich eins gelernt habe, dann, dass Unterbrechungen hilfreich sein können, sich nicht an seinen Ideen festzubeißen.

papiertänzerin 25. Januar 2016
… bin gestern abgetaucht, für Stunden, in meinem Atelier vergesse ich das Essen, Trinken, Pausen machen (dabei hast du so recht, Unterbrechungen sind wichtig, um Abstand zu gewinnen, den Blick zu klären, Zwischenschritte zu würdigen).
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