anders zu sein, denke ich manchmal, woher den nehmen? Und woher wissen, dass es nicht bloß Trotz ist oder Überheblichkeit? Ein unscheinbares Anders hinbekommen. Nicht laut, nicht schrill – aber dann: für wen? Nur um der Genugtuung willen: ich bin nicht so wie die? Nein. So kann es nicht sein. Anders zu sein, um nicht dieselben Reflexe zu zeigen, um – ? Um eigene Erfahrungen zu machen, die mehr Wert sind, als alles beigebrachte. Aber sind sie das? Und ist eine Erfahrung nicht bloß Tagesform: mit schlechter Laune so, mit guter Laune gleich ganz anders? Doch, eigene Erfahrungen zu haben lohnt, um nicht zu schnell überstimmt zu werden. Um Fragen nicht gleich über Bord zu werfen. Fragen sind wichtiger als Antworten, ich erinnere mich. Den Mut, Fragen zu haben. Ist das vielleicht ein Motto meines Lebens?

mannigfaltiges 15. Oktober 2015
Fragen stellen, ja unbedingt.
Sich selbst treu zu sein, erfordert Mut und ist oft schon ausreichend, um anders zu sein.
LG Erich
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Ruhrköpfe 15. Oktober 2015
Ein schönes Motto und ein spannendes Thema 🙂 Liebe Grüße, Annette
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muetzenfalterin 15. Oktober 2015
Es geht ja nicht darum, anders zu sein, sondern darum man selbst zu sein, mit schlechter und mit guter Laune und vor allem, mit all den Fragen, die sich immer wieder stellen. Dann eben keine vorschnellen Antworten zu finden, sondern den Mut zu finden, sich den Fragen zu stellen.
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papiertänzerin 15. Oktober 2015
… ja, da stimme ich Mützenfalterin zu: ich selbst sein, du selbst sein, anders sind wir dann von ganz allein (denn vielleicht sind wir uns ähnlich, aber niemals gleich 😉 )
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Stephanie Jaeckel 15. Oktober 2015
Ja, im Grunde ist es ein und dasselbe. Ich merke nur, dass Selbst-Sein oft mit dem Konsens der eigenen Freunde oder der Kreise, in denen man sich bewegt, quer stehen kann. Und dann ist eben die Frage: Äußere ich mein Anderssein = Selbstsein und mache ich mich damit unbeliebt oder missverständlich, oder halte ich den Mund? Ich hatte neulich zum Beispiel in einer Runde Freundinnen (und Freundinnen von Freundinnen von Freundinnen) gesagt, dass ich Kids verstehen kann, die bei Primark einkaufen. Ich wollte damit nicht sagen, dass ich Primark gut finde, dass ich da meine Kinder hinschicken würde, etc. Aber es war für mich so offensichtlich gewesen, welchen Spass sie da hatten, in Grüppchen und auch alleine, das mich das richtig umgehauen hat. Tatsächlich gab es Frauen am Tisch, die danach den ganzen Abend nicht mehr mit mir geredet haben. Habe ich den Mut, das noch mal (vielleicht mit einem anderen Thema) zu machen? Hat es überhaupt Sinn? Ja, ja, nein, vielleicht… Ich bin da halt noch nicht so ganz sicher.
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papiertänzerin 15. Oktober 2015
… hat Sinn! Und Freundinnen von Freundinnen von Freundinnen, die nicht neugierig sind & nachfragen, nun ja, wahrscheinlich siehst du sie eh nicht wieder, oder? Was sagen denn die Freundinnen dazu?
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Stephanie Jaeckel 15. Oktober 2015
Ja, klar, ich halte Querstehen für einen Abend gut aus, und auch, wenn ich die eine oder andere noch mal wieder sehe. Es ist ja grundsätzlich interessant, wenn ein Meinungsunterschied auftaucht, wo man gar keinen vermutet. Aber ich bin in verbalen Schlagabtäuschen (heißt das so?) nicht besonders gut, vor allem schnell unsicher, wenn ich mit meiner Sicht der Dinge alleine stehe. Da frage ich mich dann, muss das sein? Und vor allem: für was? Da bin ich dann wieder bei der Frage nach dem Mut. Oder nach meinem Selbstverständnis: Wie viel will ich von mir zeigen – und wem?
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mickzwo 15. Oktober 2015
Oft ist es eine Frage der Zeit. Es dauert schon, bis man seinen Weg gefunden hat. Man sollte dem Tempo der anderen eher skeptisch gegenüber stehen. Man kann sowieso nicht gegen sein eigenes Lied anpfeifen. Das macht die Sache nicht unbedingt leicht. Aber es lohnt sich zu horchen, was man selbst so fühlt. Nur dann hat man die Kraft auf andere offen zu zu gehen. Oder zu schweigen.
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Stephanie Jaeckel 16. Oktober 2015
Zeit, ja, das stimmt wohl sehr. Und vor allem ist es der Aspekt, auf andere offen zugehen zu können, wenn man mit sich selbst klar ist. Weil eigene Unsicherheiten so zum Mauern verleiten. Kapiere ich auch gerade erst 😉
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