lese ich gerade bei Christa Wolf, die darüber aber schnell hinweg geht, um die Frage zu stellen, was Leben in der Literatur ist und was Text. Ein weites Feld, soviel ist klar. Zumal die eigenen Erinnerungen bald schon schwankend werden, flüssig, je weiter sie in die eigene Lebenszeit zurückreichen. Als müsse ich auf dem Boden eines Gewässers nach etwas suchen, das sich im Fließen und unter den Wellen versteckt, verzerrt, verändert. Habe ich das wirklich gesagt oder wollte ich nur? In welchem Land war diese Straßenkreuzung, an die ich mich hartnäckig erinnere, nicht jedoch an den Weg, auf dem ich dorthin gekommen oder den, den ich von dort genommen habe? Selbst die eigene Biografie ist, merke ich so oft ich zurückblicke, nicht einfach da. Sie wandelt sich, je nachdem von wo der Wind gerade weht.

papiertänzerin 3. März 2015
… wir erzählen uns selbst Geschichten, schreiben um, neu, anders. Hauptsache wir selbst sind die Autorinnen unseres Lebens…
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