Von der blauen Stunde

wusste ich damals noch nichts, aber dass es nur sein konnte, wenn der Himmel so offen ist wie das Meer, leuchtete mir ein. Jetzt müssten Engel kommen, wenn sie überhaupt noch unterwegs wären – in den 1970er Jahren hieß es ja, die Zeit der Engel sei vorbei. Aber ich war mir nicht ganz sicher. Sicher war ich dagegen, einen Engel sofort zu erkennen. Nur über die Art der Begrüßung konnte ich mit mir nicht einig werden. Ich fürchtete, sie so oder anders zu vermasseln. Die Magie der blauen Stunde ist mir geblieben. Die Angst vor einer falschen Begrüßung hat sich gelegt. Aber ich bin mir längst nicht mehr sicher, einen Engel zu erkennen.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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