Literatur ist Wiederholung

lese ich gerade bei Christa Wolf, die darüber aber schnell hinweg geht, um die Frage zu stellen, was Leben in der Literatur ist und was Text. Ein weites Feld, soviel ist klar. Zumal die eigenen Erinnerungen bald schon schwankend werden, flüssig, je weiter sie in die eigene Lebenszeit zurückreichen. Als müsse ich auf dem Boden eines Gewässers nach etwas suchen, das sich im Fließen und unter den Wellen versteckt, verzerrt, verändert. Habe ich das wirklich gesagt oder wollte ich nur? In welchem Land war diese Straßenkreuzung, an die ich mich hartnäckig erinnere, nicht jedoch an den Weg, auf dem ich dorthin gekommen oder den, den ich von dort genommen habe? Selbst die eigene Biografie ist, merke ich so oft ich zurückblicke, nicht einfach da. Sie wandelt sich, je nachdem von wo der Wind gerade weht.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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