Die Erinnerung bröckelt von außen

Das hat mir natürlich gefallen. Kaum denke ich übers Erinnern nach, das oft eine Art Wegdriften zu sein scheint, gibt es eine Pressemitteilung der Uni Würzburg, darin die Ankündigung zu einer Forschung und ersten Ergebnissen zur Frage, wie sich Menschen an emotionale Ereignisse erinnern: „Während zentrale Elemente dieser Ereignisse immer besser erinnert werden, gehen Randdetails typischerweise verloren.“ – Da lag ich nicht falsch mit meiner Erinnerung an die Kreuzung in irgendeinem Urlaubsort, von der ich nicht mehr weiß, auf welchem Hin- oder Rückweg sie lag (bliebe allerdings die Frage, welchen emotionalen Wert um alles in der Welt diese Straßenkreuzung für mich hatte…).

Wer Subjektivität als Widerstand gegen eine zunehmend medial gestaltete Welt versteht, muss also vorsichtig umgehen mit Erinnerungen. Filtern, abgleichen, tauchen, sieben, träumen, driften – könnten wichtige Sicherungsvorkehrungen sein.

In der Pressemitteilung geht es um die aktuellen Forschungsprojekte von Prof. Matthias Gamer.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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