Manche Dienstreisen machen dann aber doch Spass. Vor allem, wenn man vorab schon einmal die Nase in eine im Aufbau befindliche Ausstellung stecken darf. So geschehen kürzlich im Kunstmuseum Moritzburg in Halle, wo gerade die große Sonderausstellung „Bauhaus Meister Moderne. Das Comeback“ eingerichtet wird. Direktor Thomas Bauer-Friedrich freut sich schon, 60 Bilder, die von den Nationalsozialisten verkauft wurden, können für die Dauer der Ausstellung wieder in Halle gezeigt werden, wo sie vor dem 2. Weltkrieg zu einer der drei modernsten öffentlichen Sammlungen in Deutschland gehörten. Eröffnung ist in einem Monat. Ich kann nur raten: Nix wie hin!
Dienstreisen I (München)
Soll mal keine/r denken, Dienstreisen seien ein pures Vergnügen! Nein, das ist nicht mein Auto, aber auch für mich war das Wetter schlecht…
Schauen wie gedruckt
Ich hatte hier im Blog schon mal geschrieben, dass mich mit einem Mal (und noch gar nicht so lange her) Schwarz-Weiß-Fotografien interessieren. Nicht, dass ich sie nicht immer schon bei anderen, vor allem bei Profi-Fotograf/innen sensationell gefunden hätte. Aber ich traute mich einfach nie ran. Beziehungsweise: alles, was ich in schwarz-weiß fabrizierte, war ziemlicher Mist. Irgendetwas ändert sich gerade. Nicht, dass meine Fotos plötzlich deutlich besser wären. Aber mir scheint, ich habe jetzt endlich ein eigenes Gefühl für diese doch eher abstrakte Form des Fotografierens (kein Mensch sieht die Welt je in schwarz-weiß!) gefunden. Es ist eben jenes Pendant zu dem: „reden wie gedruckt“, also ein Blick, der etwas (für mich als der Fotografierenden) Wesentliches darstellt. Insofern also keine Schnappschüsse, wie ich sie mag und immerzu mache. Sonder Bilder, die mehr Grundsätzliches zeigen. Na. Mal sehen, was daraus wird. Und ob ich dran bleibe.
Den eigenen Gefühlshaushalt strukturieren
Wer schon seit der Kindheit aus eher konventionellen Beziehungsmodellen ausbrechen wollte, hat mit regelmäßigen Restrukturierungmassnahmen (haha) zu tun. Denn ein Verlassen des Üblichen verlangt unendlich viel Flexibilität: Wo nichts festgelegt ist, muss immer wieder nachjustiert werden. Für jede Gefühlslage braucht es einen neuen Ausdruck, für jeden Freund, jede Freundin eine eigene Balance.
Wobei. Das ist natürlich immer so: Auch in einer Ehe braucht es individuelle Maßstäbe oder Formen des Ausdrucks. Nur ist es natürlich so, dass offenere Modelle immer wieder die Frage erlauben müssen, ob Erotik eine Rolle spielt – oder spielen darf. Oder in welcher Form. Oder mit welcher Intensität.
Ich habe keineswegs ein größere Herz als – sagen wir, Freundinnen, die verheiratet sind. Im Grunde habe ich einen Herzensmenschen. Und im Grunde reicht der mir auch. Aber eben. Ich spüre sehr viel mehr Begehren, Liebe oder Zuneigung zu sehr viel mehr Personen als dieser einen. Es geht dabei gar nicht darum, alles auszuleben. Bei vielen Freunden bin ich extrem vorsichtig mit dem Zeigen meiner Zuneigung. Einfach weil ich denen nicht so ins Leben platzen will. Vor allem diejenigen, die in einer festen Beziehung leben, müssen gar nicht unbedingt von meiner Begeisterung wissen. Das finde ich auch gar nicht schlimm. Umgekehrt bleibt es immer wieder eine Gratwanderung, mit Gesten der Zuneigung oder sogar Zärtlichkeit angemessen umzugehen. Ich will nicht zündeln. Aber ich möchte großzügig sein. Gar nicht so einfach. Dafür aber enorm spannend.
Wer hat sich denn da versteckt?
Beim Blick aus dem Innenhof der Berliner Stadtbibliothek in den von den Fenstern gespiegelten Sommerhimmel…
Paradox
Während ich mehr arbeite als sonst, sind die schönen Momente noch intensiver. Ich merke zwar, dass bald eine Grenze erreicht wird. Aber diesen Effekt hatte ich nicht erwartet. Überraschend schön.
Ein ganz und gar untypischer Montag
Der auch noch mit Migräne anfing. Aber das Licht und der Wind waren fantastisch. Fast wie in Kalifornien. Und als die Tabletten endlich wirkten, war ich schon wieder raus aus der Bibliothek und konnte die Heimfahrt auf dem Rad genießen. Am schönsten aber war, dass ich meinen neuen Nachbarn Michael zufällig im Hof traf, mit ihm seine renovierte Wohnung anschaute und dann gleich noch mit unserem gemeinsamen Freund Carsten (und ebenfalls Nachbar) in die Pizzeria nach nebenan ging, um die neue Nachbarschaft zu feiern. Über den Tischen wiegten sich die knallgrünen Baumkronen im Wind, die Sonne glitzerte regelrecht und das Essen schmeckte schön italienisch, dass ich mich weit weg im Urlaub fühlte. Und das gerade mal 10 Meter von meiner Wohnung entfernt. Ist das nicht einfach toll? An einem schnöden Montag…
Die Reste vom Fest
oder noch ein Nachtrag zu Artikel von Gestern. Denn was sind Nachbarinnen und Nachbarn anders, als ein Netz – oder meinetwegen auch Nest – anderer Art. Unser Haus verjüngt sich übrigens gerade durch viele neue Mieter/innen, die tatsächlich noch studieren. Und einen Mega-Grill haben wir jetzt auch. Der Sommer kann gerne noch für ein paar Wochen bleiben.
Alltag im Netz
Wie immer, herzliche Grüße an Ulli die die regelmäßigen Alltags-Betrachtungen angestoßen hat: https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/08/13/alltag-10/
„Netzwerken“ – huuu, habe ich mich früher davor gefürchtet! Als junge Journalistin wusste ich noch nicht, wie wichtig es ist, Leute zu kennen, die einem helfen. Ich sah mich als Einzelkämpferin und glaubte, alles alleine stemmen zu können. Was teilweise auch gelang. Allerdings unter erheblichen Anstrengungen. Und irgendwo gab es immer eine Grenze, gegen die ich rannte. Ich bin – und das erkannte ich gleichzeitig auch im Privatleben – auf andere Menschen angewiesen. Alleine komme ich durch. Aber mit anderen komme ich weiter. Und vor allem ist es schöner: geteiltes Leid, aber auch geteilte Anstrengung oder Freude verbinden. Das musste ich lernen.
Auf eine andere Weise fühle ich mich immer getragen. Auch wenn Menschen, die mich unterstützten, fehlten. Es gehört wahrscheinlich zum Glauben, sich nicht alleine zu fühlen. Nicht, dass ich dauernd den lieben Gott auf einer Wolke über mir sehe. Aber ich fühle mich als Teil dieser Welt. Ganz egal, was passiert. Ich habe im Frühjahr eine ungeheure Herzenskälte durchgestanden. Da ist offensichtlich das Netz gerissen. Oder besser: mein Vertrauen in das Netz. Zum Glück ist dieser Zustand vorbei. Und mir wird klar: Entweder es gibt das Netz, oder eben nicht. Ein bisschen Netz scheint zumindest für mich nicht möglich.
Ein Netz ist eigentlich auch mehr als nur eine Stütze. Ich empfinde es eher als Kreislauf, in dem Dinge in Bewegung sind. Gerade neulich war ich in einem Papierladen, und bekam einen sehr schönen Druck geschenkt. Nicht, dass ich dieses Geschenk als „Belohnung“ dafür empfand, Tage zuvor ebenfalls ein paar Dinge verschenkt zu haben. Es schien vielmehr das Echo einer Offenheit, die ich mir in den letzten Jahren sorgfältig antrainiert habe. Sorry, klingt komisch, aber ich komme aus einer eher misstrauischen Sippe. Vertrauen ist mir auch nach wie vor nicht geheuer. Aber Offenheit, das habe ich gemerkt, Offenheit geht. Und ist für mich eine Grundvoraussetzung für tragende Netze.
Und das digitale Netz? Ohne kann ich mir mein Leben kaum noch vorstellen. Nicht, dass es nicht ginge. Aber es wäre endlos mühsamer. Insofern schätze ich Computer immer mehr. Allein für den Moment im letzten Frühjahr, als ich nachts um drei eine Zecke in meinem linken Bein verbissen fand. Ohne Anleitung, wie so ein Tierchen mit bloßen Fingern zu entfernen ist, wäre ich wahnsinnig geworden. Also. Auch hier: Es lebe das Netz. Aber bloß nicht zu lange. Und deshalb klappe ich den Rechner auch jetzt für heute zu…
Wenn Neugier die einzige Voraussetzung wäre,
wären womöglich Hunde die besseren Journalist/innen.







