„Ich bin schon den ganzen Tag auf den Beinen, habe aber nichts geschafft!“ – so klagte meine Mutter manchen Abend und mit „nichts geschafft“ meinte sie wohl nichts besonderes geschafft oder erlebt zu haben, im Gegensatz zu allen kleinen Erledigungen, Handgriffen, Telefonaten, die eben irgendwann (und wann, wenn nicht jetzt?) getan werden mussten. Wie oft […]
Autor: Stephanie Jaeckel
Sieh dich an
Ein Mann ohne Tagebuch sei wie eine Frau ohne Spiegel, notierte der junge Gottfried Keller. Von beidem – Tagebüchern und Frauen – hatte er da noch wenig Ahnung, fünf Jahre später zumindest hatte er noch kein Diarium angefangen. Warum schreiben Menschen Tagebuch, andere nicht? Oder warum schreiben manche gelegentlich Tagebuch, andere strikt, wieder andere in […]
Das Leben: eine Baustelle?
Wer in Berlin wohnt, weiß, dass eine Großstadt nix ist ohne ihre Baustellen, ihre Projekte, ihre Wunden. Im eigenen Leben würde ich gerne auf solche „construction sites“, wie es im Englischen heißt, verzichten. Zumal sie – zumindest scheint es – im Laufe der Jahre häufiger werden. Baustellen fordern Umwege, Improvisation. Sie bringen Lärm, Matsch, Unordnung. […]
Was ist mir wichtig?
Heute startet in Deutschland der Dokumentarfilm „My stuff“, in dem ein junger Finne genau diese Frage stellt. Das Experiment, das er dazu anstellt und filmt, ist so simpel wie radikal: Er räumt seine gesamte Wohnung aus, lagert alles ein und erlaubt sich vom ersten Drehtag an je nur einen Gegenstand alle 24 Stunden aus dem […]
Hausarbeit
ist im Gegensatz zu Hausaufgaben nie fertig. Wenn etwas bleibt, so meine Einsicht nach vielen Lebensjahren, dann der Spül. Wahlweise die Wäsche, der Kalk in der Dusche, der Staub (nicht nur unter dem Bett). Hausarbeit ist eine unterschätzte Dimension des Lebens. Obwohl sie ständig fällig ist, wird sie gerne ignoriert. Wer sieht sich in der […]
Die Erinnerung bröckelt von außen
Das hat mir natürlich gefallen. Kaum denke ich übers Erinnern nach, das oft eine Art Wegdriften zu sein scheint, gibt es eine Pressemitteilung der Uni Würzburg, darin die Ankündigung zu einer Forschung und ersten Ergebnissen zur Frage, wie sich Menschen an emotionale Ereignisse erinnern: „Während zentrale Elemente dieser Ereignisse immer besser erinnert werden, gehen Randdetails […]
Literatur ist Wiederholung
lese ich gerade bei Christa Wolf, die darüber aber schnell hinweg geht, um die Frage zu stellen, was Leben in der Literatur ist und was Text. Ein weites Feld, soviel ist klar. Zumal die eigenen Erinnerungen bald schon schwankend werden, flüssig, je weiter sie in die eigene Lebenszeit zurückreichen. Als müsse ich auf dem Boden […]
Von der blauen Stunde
wusste ich damals noch nichts, aber dass es nur sein konnte, wenn der Himmel so offen ist wie das Meer, leuchtete mir ein. Jetzt müssten Engel kommen, wenn sie überhaupt noch unterwegs wären – in den 1970er Jahren hieß es ja, die Zeit der Engel sei vorbei. Aber ich war mir nicht ganz sicher. Sicher […]
So ist das
mit dem Verlieben. Gemälde von Hans Ochse, Privatbesitz.
Sich an Regeln halten,
ist manchmal ein harter Job. Es scheint mir gar, als seien Regeln noch kontroverser diskutiert als die gute alte Ordnung. Erst wer Regeln breche, zeige wahren Charakter, so die einen, die anderen streichen stur jeden Rechtschreibfehler an, auch wenn sich vor ihren Augen gerade eine unglaubliche Wortschöpfung entfaltet. Tischregeln haben es in sich. Ohne Spielregeln […]









