Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Geschmack polarisiert

Dem Gegenüber einen schlechten Geschmack zu attestieren, gehört zu dem stärksten Tobak, den man im Streit verteilt. Jedenfalls sind – so mein Freund Tomas – die meisten von uns schwer getroffen, wenn sie als Geschmacksbanausen beschimpft werden. Warum das so ist? Geschmack berührt. Wenn ich etwas schön finde, durchfährt es mich bis ins Herz und […]

Schönheit und guter Geschmack

gehen zusammen – oder? Nicht. Hässlichkeit ist ohne guten Geschmack nicht zu erkennen? Als ich Romanistik studiert habe, verfolgte mich der „bon goût “ durch das gesamte 18. Jahrhundert. Da nämlich fragten sich die französischen Leserinnen und Leser, was der gute Geschack denn sei, woran man ihn erkenne, ob er zu erlernen oder auch wieder zu […]

Kleine Fluchten

Gerade eben habe ich mit meiner Freundin telefoniert, die mir von ihrer Reise nach Singapur erzählte. Wie schön es war und wie sehr sie der Botanischen Garten dort verzaubert habe. Ich war heute Nachmittag mit einem Freund im Baumarkt, Holzschrauben kaufen. Was soll ich sagen: Auch dort hatten sie fantastische Pflanzen… – nö, ehrlich, ich […]

Warten aufs Christkind

Die zwei üben schon mal – aber so was von beharrlich gucken die fast jeden Tag, wenn ich vorbei komme, Löcher in die Luft. Jungs, das dauert noch! Geht noch ne Runde laufen, der Weihnachtsknochen liegt so oder so und ganz bestimmt im Körbchen. Auch für Mädels, und für solche, die nicht mit Fell rumlaufen… […]

Noch mehr Lieblingsbücher

Birgit von dem Blog „Sätze und Schätze“ hat mal wieder in die Runde gefragt: Welche persönlichen Literaturklassiker im Sinne einer wegweisenden Lektüre oder einer immer wieder neu unternommenen Lektüre denn im eigenen Regal stehe? Diese Frage und auch das leidige Platzproblem, dem auch in diesem Monat wieder einige Bücher zum Opfer fallen werden (nein, keine […]

Bin ich intellektuell?

Folge ich dem Duden, ist die Frage leicht mit „ja“ zu beantworten. Auch nach Wikipedia könnte ich mir in dieser Hinsicht sicher sein: ich habe studiert, bin Journalistin, beziehe Position. Dennoch habe ich mich in dieser Haut nie wohlgefühlt. Früher wohl eher, weil ich politisch unsicher war und mich doch lieber raushalten wollte. Heute suche […]

Appetitliche Fragen

Bei bingereader gibt es gerade eine Fragenliste, und weil ich mein Bricolage-Kästchen schon weggeräumt habe, schreibe ich heute Antworten. Es sind übrigens alle Leser/innen angesprochen, bei Lust und Laune ebenfalls Antworten zu ersinnen…   Wenn Geld keine Rolle spielen würde, was würdest Du tun? Wenn Geld keine Rolle spielen würde, wäre die Welt wahrscheinlich eh […]

Improvisieren

Ich war noch nicht geboren, da gab es schon einen Begriff für die Art, wie ich mein Erwachsenenleben führen würde. In seinem Buch „Das Wilde Denken“ führt Claude Lévi-Strauss 1962 den Begriff der „Bricolage“ ein, um das Gegenteil eines planenden, „professionellen“, aber auch konformen Problemlösens zu beschreiben. Ursprünglich war es wohl als Begriff für den […]