Berliner Begegnungszonen

Man mag es kaum glauben. Aber Begegnung scheint dem Bezirk wichtig. Wir sprechen von Kreuzberg, damit kein Missverständnis aufkommt. Die Bergmannstraße ist eng. Jahrzehntelang lag sie im Schatten der Mauer. Selten, dass Autos vorbeikamen, Lieferfahrzeuge schon, Anwohner. Ansonsten führte es hier nicht mehr weit. Dass der Bergmannkiez nach dem Fall der Mauer zu einem Trendbezirk wurde, hat viel mit alter Bausubstanz und der günstigen Lage zu tun. Der Platz wird seitdem knapper, mehr Menschen tummeln sich, auf der kleinen Straße ist vor allem zu Stoßzeiten die Hölle los. Eine Idee sollte her (mehr Begegnung!). Seit 2009 gibt es eine kontrovers geführte Diskussion, und herausgekommen sind solche spielplatzartigen Konstrukte (im Fachsprech auch „Parklets“ genannt), die in eher kurzen Abständen zwischen den Parkplätzen aus dem Bürgersteig auf die Fahrbahn ragen. Herausgekommen – allerdings nur probehalber. Weil den Verantwortlichen vielleicht selbst klar wurde, dass das nicht funktioniert. Ca. 800.000 € sind bereits ausgegeben. Und jetzt? Ich frage mich, wie die Planung so an der Realität vorbei gehen konnte. Wo ist die an sich gute Idee, eine zu voll gewordene Einkaufsstraße zu beruhigen, schief abgebogen (vielleicht wirklich bei dem Anspruch, hier sollten Leute noch ausdrücklich zum begegnen animiert werden)?. Wahrscheinlich lässt sich das nur verfolgen, wenn man selbst an der Diskussion teilnimmt. Das werde ich ab Sommer auch machen, wenn Die Testphase vorzeitig beendet wird und die Karten (hoffentlich) noch einmal neu gemischt werden.

Filed under: Allgemein

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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