Wenn ein Leben zu Ende geht,

wird viel oder fast nur noch improvisiert. Wo früher noch in Jahrzehnten (wenn nicht gleich für die Ewigkeit) gedacht wurde, reichen heute brüchige Konstruktionen. Hauptsache, die Dinge fallen nicht gleich zusammen. Aber noch Mal neu kaufen?

Mir fällt es schwer, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Vielleicht wäre das bei mir selbst etwas anderes. Aber wer abfährt, und weiß, was alles unerledigt geblieben ist – ?! Vor allem der Garten macht mir Sorgen. Hier ist seit Jahren ziemlich viel vernachlässigt worden. Mittlerweile kann ich nicht mal in ein, zwei Nachmittagen das Meiste wieder richten. Vor allem die Bucheckern treiben überall zu kleinsten Buchenbäumchen aus mit harten Stilen, die unbedingt ein Stamm werden wollen, und denen mit altem, rostigem Gerät nicht mehr beizukommen ist. Einige Büsche und kleine Bäume waren vertrocknet und sind kaputt, aber alleine kann ich sie nicht bergen. Ach, ach, ach…

Immerhin hatte ich am Ende doch noch die Erlaubnis, ein paar Herbstblumen zu pflanzen. Jetzt sitze ich erkältet im Zug (hach, ja, das Bistro hat es nicht mehr zeitig geschafft, wir fahren ohne…), freue mich, nach Hause zu kommen, vermisse aber die kleinen Hundchen meiner Freundin, die für Menschen, die Hundchen nun mal lieben, kleine Sonnenscheine sind. Ach so, ja, jetzt ist auch noch Kabelklau. Mal sehen, wie viele Stunden Verspätung der Zug schafft. Ich gehe mir jetzt erst mal einen Kaffee kaufen (Getränke gibt es irgendwo – noch)…

 

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 7

  1. Maren Wulf 1. September 2018

    Nein, leicht ist es nicht mitanzusehen, wie die Dinge brüchig werden und die Menschen, die einst stark waren, mit ihnen. Besonders dann nicht, wenn man abfährt. Aber die, die zurückbleiben, empfinden die Brüchigkeit manchmal weniger stark. Und das kann ein Trost sein, ein kleiner wenigstens.

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    • Stephanie Jaeckel 1. September 2018

      Ja, ich denke, für meinen Vater sind die alten Dinge, auch wenn sie kaputt sind, sehr mit Erinnerungen verknüpft, und deshalb wahrscheinlich schöner als alles, was wir da erneuern könnten. Trotzdem, die Trümmer sind eben sein Leben, und das ist fast vorbei. Es ist traurig. Aber danke Dir für den Trost.

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