Aufatmen

Ich habe ein sehr stürmisches Auf-und-Ab-Verhältnis zu Peter Handke, seit ich ihn vielleicht mit 20 zum ersten Mal gelesen habe. Manchmal war ich soweit, seine Bücher in die Ecke zu werfen, einige habe ich erst gar nicht gekauft, geschweige denn, gelesen. Aber dann sagt er immer wieder Sachen, die mich regelrecht aufatmen lassen, selbst wenn sie mich nicht direkt betreffen… Wie in dem heute im „Freitag“ veröffentlichten Interview:

„Ich sag Ihnen einen Satz von gestern, den ich mir gedacht habe: „Ich hab nichts zu sagen.“ Menschen, die nichts zu sagen haben, haben bis ans Ende ihres Lebens etwas zu schreiben.“

Filed under: Allgemein

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 9

  1. stresemann 29. August 2018

    Wie wahr, an Handke scheiden sich die Geister. Deshalb ist es auch gut, ab und an das zu tun, das er in Frage stellt. Beispielsweise wie: „Schreiben ist ein Tabubruch, das darf man nicht. Und irgendetwas ist immer interessant, das man nicht schreiben darf.“ .Aus dem Film über ihn: Bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte. Kann Dich aber gut verstehen. Ich gebe zu, ich verstehe ihn oft nicht. Dennoch ist er einfach genial.

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    • Stephanie Jaeckel 29. August 2018

      Handke kann auch immer wieder rücksichtslos gegen sich selbst denken. Das gefällt mir. Meistens regen mich seine Texte an (fast mehr noch die Interviews), über die angesprochenen Dinge selbst nachzudenken. Und das Schöne ist, dass er einem dafür Platz lässt (zumindest kommt es mir so vor). Ich habe immer das Gefühl, ich darf auch zum gegenteiligen Schluss kommen, ohne blöd dazustehen.

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